Pentium 4 mit 2.000 Megahertz
Auf dem "Intel Developer Forum", das gestern begonnen hat, hat Intel gestern einen Pentium-4-Prozessor mit zwei Gigahertz Taktfrequenz vorgestellt.
Auch sonst war die Überraschung groß.
Der neue Pentium 4 wird nämlich eine Kerngröße von 217 Quadratmillimetern haben. Damit wird der Chip mehr als doppelt so groß wie die aktuellen Pentium-3- und Celeron-Prozessoren, die jeweils rund 100 Quadratmillimeter messen.
Was auf den ersten Blick als wenig interessant erscheint, impliziert einige weitere Daten. Die neue Größe wird sich stark auf die Produktionskosten auswirken, da nun mehr als doppelt so viel Rohmaterial verbraucht wird. Beispielsweise wird Intel aus den sündteueren Silizium-Wafern nur die Hälfte an Chips verarbeiten können.
IntelDas wiederum könnte zu Kapazitätsengpässen führen. Bereits mit der Auslieferung der Pentium 3 hatte Intel Probleme; beim Pentium 4 dürfte die Situation noch schlimmer werden. Außerdem müssen die gestiegenen Kosten an den Kunden weitergegeben werden.
Erleichterung wird erwartet, wenn Intel vom 0,18-Mikron-Fertigungsprozess auf 0,13 Mikron umstellt. Dadurch wird der Chip wieder kleiner - freilich kostet die Umstellung viele Milliarden USD.
Wie nun vorerst feststeht, kommen die ersten Pentium-4-Chips noch heuer auf den Markt und werden mit einer Taktfrequenz von 1.400 Megahertz starten.
Auf dem "Intel Developer Forum" hat Intel weiters seine Vision von einem Peer-to-Peer-Netzwerk offiziell vorgestellt, das beispielsweise in einem Unternehmen aus allen vorhandenen PCs eine einzige riesige virtuelle Festplatte schafft. Die Technologie dahinter ist der des MP3-Sharing-Tools Napster sehr ähnlich. "Napster ist hier zweifelsohne das bekannteste Beispiel für ein solches Unterfangen", so Intel-CEO Craig Barrett.
Barrett hat während seines Auftritts auch sein Traum-Notebook charakterisiert: 1,3 Zentimeter dünn, ein Kilo leicht, 1-Gigahertz-Chip und acht Stunden Batterielaufzeit. "Kurze Batterielaufzeiten sind das 'killerproblem'", ärgert sich Barrett. Er will mit einem besonders Strom sparenden Chip [Codename Timna] seinen Beitrag leisten.
