Aufregung um Absprachen bei UMTS-Auktion
Beim Milliardenpoker um die begehrten deutschen UMTS-Lizenzen ist die MobilCom am zweiten Tag vorübergehend ins Visier der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post geraten.
Die Behörde prüfte nach eigenen Angaben, ob es möglicherweise zwischen MobilCom und der ebenfalls an der Auktion beteiligten Debitel Absprachen gegeben hatte.
Verhängnisvolles Interview des MobilCom-Chefs
Hintergrund für die Prüfung der Regulierungsbehörde war ein
Interview von MobilCom-Chef Gerhard Schmidt in der französischen "La
Tribune". Schmidt hatte gesagt, nach Ende der Versteigerung und für
den Fall, dass Debitel in Mainz leer ausginge würde sich MobilCom
freuen, wenn die Debitel-Kunden die Multimedia-Dienste seines Hauses
nutzen würden. Scheurle erklärte, die Behörde sei nicht sehr erbaut
über Äußerungen, die Anlass zur Einleitung einer Prüfung geben
würden und bat die Unternehmen um Zurückhaltung.
Der Artikel in "La Tribune"Drakonische Strafen für Absprachen
Die Untersuchung der Vorwürfe gegen die MobilCom durch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post fiel negativ aus, wie Behörden-Präsident Klaus-Dieter Scheurle sagte. Es habe keine Absprachen gegeben. Die Versteigerung könne ungestört fortgesetzt werden.
Das Regelwerk der Behörde ist eindeutig: Wird Firmen ein so genanntes kollusives Verhalten nachgewiesen, droht der Ausschluss von der Auktion.
"Geltende Höchstgebote der ausgeschlossenen Bieter bleiben erhalten", heißt es im Bieterkodex. Werden diese Gebote im weiteren Verlauf der Auktion nicht überboten, muss ein ausgeschlossenes Unternehmen die Summe zahlen und bekommt trotzdem keine Lizenz.
Regulierungsbehörde für Telekommunikation und PostZweiter Auktionstag verlief schleppend
Auch am zweiten Tag pokerten die sieben beteiligten Unternehmen und Konsortien eher vorsichtig. Bis zum Nachmittag lag das Höchstgebot der sieben beteiligten Unternehmen und Konsortium in der 17 Runde bei insgesamt 3,09 Mrd. DM [1,6 Mrd. Euro].
Mit einem Höchstgebot von rund einer Mrd. DM für zwei Frequenzpakete blieb das Konsortium MobilCom/France Telecom an der Spitze des Bieterfelds. Viag Interkom bot 750 Mill. für drei Pakete, T-Mobil 181,5 Mill. für ein Paket und Mannesmann 562,7 Mill. DM für drei Pakete.
Die Bieter sind ...
Die in Mainz bietenden Unternehmen sind T-Mobil, Mannesmann
Mobilfunk und Viag Interkom. Dazu kommen die internationalen
Konsortien KPN/Hutchison/NTT Domoco für E-Plus, Mobilcom/France
Telecom, Telefonica/Sonera sowie Debitel/Swisscom.
T-Mobil
Mannesmann MobilfunkWarnung vor UMTS als Paradies für Handy-Viren
Nach einem Bericht des TecChannel warnt die Marktforschungs- und Beratungsgesellschaft Giga Information Group vor einer zu erwartenden massiven Verbreitung von Handy-Viren durch UMTS und GPRS.
Bereits die jüngste Generation von GPRS-Handys, die erstmals mit der Internet-Sprache WML1.2 arbeiten, wird nach Ansicht der Giga-Experten enorm zur Verbreitung von Handy-Viren beitragen.
Bei der Übertragungstechnik GPRS wird erstmals die Version 1.2 der WAP-Programmiersprache WML breitflächig zum Einsatz kommen, die laut Giga die Übertragung von Computerprogrammen in WAP-Handys ermöglicht. Auf diese Weise könnten aber auch Mobiltelefone manipuliert werden, so Giga.
Der Schalk im Handy
Mit den Programmen ließen sich unter anderem das Telefonbuch
verändern indem Nummern gelöscht, verändert oder hinzugefügt werden.
Auch SMS-Nachrichten könnten erzeugt und automatisch verschickt
werden. Die Manipulation weiterer Handy-Funktionen wäre ebenfalls
möglich, ohne dass der Nutzer dies bemerke, meint Giga.
Giga Information GroupDie Standardisierungsfalle
Die ersten Virusattacken werden nach Einschätzung der Giga Information Group allerdings noch vergleichsweise harmlos ausfallen, weil die derzeit benutzten WAP-Gateways, Server, Handys und WAP-Browser noch zu unterschiedlich sind.
Mit zunehmender Standardisierung, die durch GPRS und später UMTS vorangetrieben werde, verbessern sich allerdings laut Giga die Ausbreitungsbedingungen für die Handy-Viren. Spätestens die Einführung von WML 2.0 öffne den digitalen Plagegeistern alle Tore.
Nach Meinung der Analysten ist dies in Europa im dritten Quartal 2001 der Fall. Die bereits länger verfügbaren WAP-Handys mit WML 1.1 sind nicht von der Virengefahr betroffen, da mit ihnen keine Programme übertragen werden können. Sie erlauben nur die Darstellung von Informationen und eine stark begrenzte Interaktion auf den kleinen Displays der Handys.
