01.08.2000

ZEITENWENDE

"Greenwich E-Time" wird nicht Standard

Wohl gescheitert ist das Vorhaben des britischen Premierministers Tony Blair, die internationale Zeitmessung von Greenwich [GMT] auch im Internet als internationalen Standard durchzusetzen.

Wie die britische Tageszeitung "The Independent" heute berichtete, brachten technische Schwierigkeiten mit dem Internet Explorer von Microsoft das Projekt zu Fall. Der Browser, der derzeit von mehr als 80 Prozent aller User genutzt werde, lasse sich nicht mit der geplanten Internet-Zeit GeT [Greenwich Electronic Time] vereinbaren, berichtet die Zeitung.

London keine "Hauptstadt des E-Commerce"

Gegenwärtiger Standard bei E-Mails sind zwar bereits Greenwich Mean Time [GMT] oder die daraus abgeleitete Universal Time Coordinated [UTC]. Die Mehrzahl der Personalcomputer überträgt diese Zeit jedoch in die jeweilige Zeit am Ort des Arbeitsplatzes.

Die britische Initiative war von Blair mit symbolischer Geste am ersten Januar 2000 gestartet worden. Die angestrebte Harmonisierung der elektronischen Kommunikation sollte der steigenden Bedeutung des Internet-Handels tragen.

Auch Rechtsgeschäfte oder Aktientransaktionen würden in Zukunft von einer einheitlichen Zeit im Internet profitieren.

Dem "Independent" zufolge bedeutet das drohende Scheitern der Blair-Initiative einen neuerlichen Rückschlag bei dem Versuch, London als "Hauptstadt des E-Commerce" zu etablieren.