Nagelprobe für Microsoft-Strategie
Die Microsoft-.Net-Strategie, die vor einiger Zeit angekündigt wurde, hat diese Woche ihre Bewährungsprobe.
Seit gestern läuft die "Microsoft Professional Developers Conference" in Orlando. Microsofts oberste Riege ist angetreten, um Tausenden von Programmierern die .Net-Strategie schmackhaft zu machen. Sogar Bill Gates wird heute persönlich eine Rede halten.
.Net
.Net umschreibt einen erneuten Versuch Microsofts, sich stark in
Richtung Internet zu positionieren. So sollen Programme auch via Web
ausführbar sein; XML [Extensible Markup Language] soll Teil der
nächsten Windows- und Office-Versionen sein. Eine neue
Programmiersprache [C#], eine verbesserte Entwicklungsumgebung
[Visual Studio] sowie das "Simple Object Access Protocol" [SOAP]
sollen das Entwickeln von webbasierten Programmen einfacher als das
Erstellen von herkömmlicher Software machen. ASP+, eine
Weiterentwicklung der "Active Server Pages", opfert sogar die
ehemals hoch im Kurs stehende Rückwärtskompatibilität, um die
Entwicklungsmöglichkeiten neuen Standards anzupassen.

"Unser oberstes Zielpublikum sind die Entwickler. Microsofts .Net steht und fällt damit, ob Programmierer die Strategie annehmen", umreißt MSN.at-Chef Andreas Kunar im Gespräch mit der FutureZone den Ernst der Lage.
Analysten sind weltweit ganz seiner Meinung. Wenn Microsoft die Entwickler nicht überzeugen kann, fällt die neue Internet-Strategie komplett flach.
Rund um die neuen Ausrichtungen gab es auch Gerüchte, Microsoft könnte seine eigene Linux-Version samt Office-Portierung herstellen. Dies ist allerdings unwahrscheinlich, da enormer Aufwand nötig wäre, um vergleichsweise wenige Prozent Marktanteil hinzuzugewinnen.
Mit der Hilfe der Linux-Community kann Microsoft schließlich traditionellerweise nicht rechnen. Andreas Kunar zeigt Verständnis: "Generell hat jeder das gute Recht, uns nicht zu mögen." Neben den MS-Hassern gebe es aber auch viele Linux-Enthusiasten, "um die wir uns einfach zu wenig gekümmert haben" so Kunar.
Auf der Developers Conference wird Microsoft wahrscheinlich zusammen mit Intel Betaversionen des Betriebssystems Windows 2000 für 64-Bit-Prozessoren vorstellen. Der Itanium [Pentium 4] scharrt schließlich in den Startlöchern, das moderne Intel-Werk in Israel hat die Produktion bereits umgestellt.

Weiters wird die Vorstellung einer Preview der .Net-SQL-Server-Version erwartet [Codename Yukon]. Die Konferenz läuft bis Freitag, den 14. Juli.