Filme machen mit Game-Engines
Am Sonntag in "matrix"
1996 wurde in Leipzig Filmgeschichte geschrieben - völlig unbeabsichtigt, denn der Physiker und Programmierer Uwe Girlich wollte während der Universitätsferien eigentlich nur die Code-Struktur des Computerspiels "Quake" durchleuchten und sich die Parameter und Algorithmen genauer ansehen, die das Spiel zum Laufen bringen.
Als Resultat seiner Analyse schrieb er das Software-Programm LMPC, mit dem die Game-Engine gekapert und die Elemente des Spiels, angefangen bei den Charakteren und ihren Bewegungen bis hin zu den Szenenhintergründen, nach Belieben beeinflusst und gesteuert werden konnten.
Vom "Quake Movie" zum Kurzfilm
Mit Hilfe dieses Programms entstanden bald die ersten, ursprünglich als "Quake Movies" bekannten Kurzfilme. Ende der 1990er Jahre begann sich dann eine neue Bezeichnung für diese Art von Spiel-Filmen durchzusetzen: Machinima - eine Begriffsneuschöpfung, die "Machine", "Animation" und "Cinema" miteinander verschmolz.
Seitdem hat sich weltweit rund um dieses neue und ungewöhnliche Trickfilm-Genre eine sehr aktive Community gebildet, die mit Hilfe diverser Game-Engines eine Vielzahl an Filmen produziert. Einzelne Machinima-Filme erreichen mittlerweile Spielfilmlänge und werden bei manchen Festivals bereits in einer eigenen Kategorie gezeigt.
Richard Brem hat mit Pionieren und Protagonisten dieses Film-Genres gesprochen. Sein Beitrag ist am Sonntag um 22.30 im Ö1-Netzkulturmagazin "matrix" zu hören.
(matrix)
