"All you can eat"-MP3-Abo gestartet
Das britische Online-Musikservice Datz Music Lounge bietet seinen Nutzern unbegrenzte MP3-Downloads für 100 Pfund pro Jahr.
Der britische Online-Musikmarkt gerät in Bewegung. Ende vergangener Woche ist in Großbritannien der Musikdienst Datz Music Lounge gestartet, der seinen Nutzern gegen einen Betrag von 100 britischen Pfund [127 Euro] pro Jahr unbegrenzte Downloads im MP3-Format ohne Kopierschutzbeschränkungen erlaubt. Die heruntergeladenen Titel können auch nach Ablauf des Jahres behalten und ohne Einschränkungen genutzt werden.
Zwei Millionen Songs
Der Katalog umfasst derzeit rund zwei Millionen Titel von den Musikkonzernen EMI und Warner Music sowie zahlreichen unabhängigen Labels. Mit den Majors Universal und Sony, die noch nicht an Bord sind, werde noch verhandelt, hieß es in britischen Medien.
Vorerst nur für britische Nutzer
Vorerst bleibt Datz Music Lounge britischen Nutzern vorbehalten. Zur Nutzung des Dienstes ist der Erwerb einer CD/USB-Dongle-Kombination erforderlich, mit deren Hilfe die Downloads autorisiert werden sollen. Ob und wann der Dienst auch in anderen Ländern zur Verfügung stehen wird, ist bisher nicht bekannt.
Zum Download der Songs ist auch die Installation einer Software notwendig, die derzeit nur für die Microsoft-Betriebssysteme Windows XP und Vista zur Verfügung steht.
"Fair Use"-Regelung
Die Geschäftsbedingungen des Dienstes sehen eine "Fair Use"-Regelung vor, die jedoch nicht näher expliziert wird.
Konkurrenz zu "Comes with Music"
Datz Music Lounge geht mit seinem Angebot auf Konfrontationskurs zu Diensten wie Nokias "Comes with Music", das Mitte Oktober in Großbritannien an den Start ging.
Das Abomodell verspricht Käufern bestimmter Nokia-Modelle gegen einen Aufpreis ein Jahr lang Zugriff auf ein breites Repertoire an Musik. Allerdings sind die Titel im Gegensatz zur Datz Music Lounge mit Kopierschutzbeschränkungen versehen.
In Österreich soll "Comes with Music" 2009 starten. Der genaue Starttermin sei noch nicht bekannt, sagte eine Nokia-Sprecherin im Oktober zu ORF.at.
Alternative zu Online-Tauschbörsen
Man wolle mit dem Angebot Alternativen zu unautorisierten Downloads aus Online-Tauschbörsen bieten, sagte Datz-Geschäftsführer Michael Richardson der BBC: "Unsere Zielgruppe sind Teenager, die Tauschbörsen nutzen."
"Große Sache"
Marktbeobachter bezweifeln jedoch, dass der Dienst die avisierte Zielgruppe auch erreichen wird. Der Preis des Download-Abos sei für Teenager zu hoch schrieb etwa Jupiter-Analyst Mark Mulligan in seinem Weblog.
Auch das Repertoire, das zu einem Gutteil aus dem Back-Katalog der beteiligten Labels bestehe, spreche eher ältere Zielgruppen an. Dennoch sei das Angebot eine "große Sache", so der Analyst. Nicht zuletzt, weil dadurch neue Lizenzierungsmöglichkeiten von Musik aufgezeigt werden.
