TA schließt Fernmeldeschule Graz

ausbildung
28.10.2008

Die Telekom Austria [TA] will ihren Ausbildungsstandort in Graz-Eggenberg im Sommer 2009 schließen. Gewerkschafter und Betriebsrat protestieren.

Die Telekom Austria [TA] konzentriert ihre Lehrlingsausbildung im Wiener Arsenal und will ihren Standort Graz, wo derzeit 164 Lehrlinge aus mehreren Bundesländern ausgebildet werden, im Sommer 2009 schließen.

Protestmaßnahmen der Betroffenen und der Politik dürften wenig fruchten. Einzig über eine Übergangslösung für die derzeit laufenden Jahrgänge bis Ende 2010 kann sich die Telekom Austria noch Verhandlungen vorstellen.

Proteste von Gewerkschaft und Betriebsrat

40 Lehrlinge, der steirische TA-Betriebsvorsitzender Robert Wallner sowie AK-Präsident Walter Rotschädl und ÖGB-Landesvorsitzender Horst Schachner sprachen am Dienstag bei Landeshauptmann Franz Voves [SPÖ] vor. Dieser zeigte Verständnis, betonte, das Land habe alles getan und werde weiter alle Hebel in Bewegung setzen, um die Ausbildungsstätte zu halten.

Der Protest erfuhr insofern eine Abmilderung, als sich die TA doch verhandlungsbereit zeigte. "Es gibt Signale für Verhandlungsbereitschaft", so Belegschaftsvertreter Wallner. Laut TA-Pressesprecher Martin Bredl ist zwar sicher, dass die Ausbildung in Wien zusammengezogen und die seit 1940 betriebene Fernmeldeschule in Graz-Eggenberg geschlossen und veräußert wird, bei einer Bereitstellung von Ausweichräumlichkeiten für Berufsschule und Lehrwerkstätte sei man aber "gesprächsbereit", die in Ausbildung befindlichen zwei Jahrgänge - rund 100 Lehrlinge - in Graz die Lehre abschließen zu lassen.

Auswirkung des Festnetzproblems

"Das Festnetz hat ein wirtschaftliches Problem, wir müssen überall restrukturieren", so Wallner. Die Fernmeldeschule müsste generalsaniert werden, und das könne man sich nicht leisten. In Wien, wo bisher auch Lehrlinge aus Niederösterreich und dem Burgenland ausgebildet werden, sollen in Zukunft weiterhin 100 Lehrlinge pro Jahr Berufsschule und Lehrwerkstätte besuchen, der praktische Teil werde - wie bisher - wohnortnah stattfinden.

Betont werden von Gewerkschaft und Arbeiterkammer die hohe Qualität der Ausbildung in Graz und die Gefahr, dass der Steiermark ein Potenzial an bestens ausgebildeten Fachkräften verloren gehen könnte.

(APA)