Anti-Spam-Plan von Microsoft und Banken
Eine neue Initiative von IT-Konzernen und Finanzdienstleistern will koordiniert gegen Lotto-Scammer und andere Online-Betrüger vorgehen.
Eine Initiative aus Internet-Konzernen und Banken will die Aktivitäten von Betrügern durch eine länderübergreifende Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden eindämmen.
Microsoft und Yahoo sowie Western Union und Afrikanische Entwicklungsbank kündigten am Dienstag beim Anti-Spam-Kongress im deutschen Wiesbaden an, Beschwerdestellen für Geschädigte einzurichten und Informationen zu Betrugsfällen weltweit an die Polizei weiterzugeben. Alle vier Unternehmen hätten durch gefälschte Mails, vor allem Lotteriebetrug, Imageschäden erlitten, erklärte die Initiative.
Lottobetrug via Internet
Betrüger versuchen seit rund einem Jahr verstärkt, Nutzer mit vermeintlichen Lottogewinnen zu ködern. Sie geben sich in E-Mails als Vertreter bekannter Unternehmen wie Microsoft aus und behaupten zum Beispiel, der Empfänger habe in einer Verlosung gewonnen. Vor der Auszahlung soll der Adressat jedoch eine Gebühr überweisen.
Nach Angaben der Initiative werden dabei oft Konten bei Western Union und der Afrikanischen Entwicklungsbank benutzt. Die Opfer erhalten weder den Gewinn, noch bekommen sie die Gebühr zurück. Der Schaden variiert von Fall zu Fall und liegt zwischen rund hundert und mehreren tausend Euro.
Imageschaden für das Netz
Nach einer am Dienstag vorgestellten Umfrage von Microsoft unter rund 5.000 Nutzern aus sieben Ländern ist im vergangenen Jahr jeder 44. einem Internet-Betrüger zum Opfer gefallen. Mehr als ein Drittel der Befragten erklärte, als Folge von Betrügereien zurückhaltender bei der Nutzung des Internets zu sein.
Beim Anti-Spam-Kongress diskutieren Branchenvertreter und Behörden aus 46 Ländern über die Bekämpfung unerwünschter E-Mails. Ausrichter ist der Verband der deutschen Internet-Wirtschaft, eco.
(dpa)
