Microsoft schwärzt Chinas Bildschirme
Im Kampf gegen unrechtmäßige Software-Kopien hat Microsoft einen weltweiten "Anti-Piracy Day" ausgerufen und schwärzt dabei unter anderem Chinas Nutzern die Bildschirme.
In insgesamt 49 Ländern hat Microsoft am Dienstag den "Anti-Piracy Day" ausgerufen und sich damit erwartungsgemäß nicht nur Freunde gemacht.
In seiner Pressemeldung kündigte Microsoft einerseits Aufklärungsmaßnahmen, andererseits ein gerichtliches Vorgehen gegen Nutzer und Anbieter unrechtmäßig kopierter Software des US-Herstellers an.
In Brasilien etwa soll ein eigenes Blog Lehrer dazu animieren, den Jugendlichen etwas über Innovationen und die Kosten von Piraterie beizubringen. Für das türkische Justizministerium will Microsoft Trainings über Cybercrime anbieten. Für Österreich sind laut Microsoft Österreich keine Aktionen geplant.
In China wird der Bildschirm schwarz
Allerdings scheinen in China auch härtere Maßnahmen zu laufen: So berichtet "China Daily", dass bei Chinas Internet-Nutzern, deren Microsoft-Software das "Windows Genuine Advantage" nicht bestanden hat, einmal pro Stunde der Bildschirm schwarz wird. Zusätzlich soll ein Pop-up erscheinen, das vor Piraterie warnt.
Microsoft erklärte gegenüber der Zeitung, dass die Nutzer so darauf aufmerksam gemacht werden sollen, das sie Software ohne offizielle Nutzungserlaubnis, sprich bezahlte Lizenz, benutzen. Nach 45 Tagen soll der Spuk wieder vorbei sein.
"Sache der Behörden"
Die Zeitung schätzt, dass Millionen von Chinas PC-Nutzern die Maßnahme zu spüren bekommen.
Ein chinesischer Anwalt sagte, dass Microsoft einen Schritt zu weit gegangen sein könnte. Beim Verdacht auf unrechtmäßig genutzte Software solle der Fall vor Gericht geklärt werden. "Es ist Sache der offiziellen Behörden festzustellen, ob Software rechtmäßig genutzt wird oder nicht." Dass Microsoft allerdings unautorisiert die Systeme der Nutzer untersucht und Pop-ups verschickt, gehe zu weit.
(futurezone | Reuters)
