NSA hörte in der "Green Zone" mit

spionage
09.10.2008

Die USA haben einen neuen Geheimdienstskandal. Zwei Mitarbeiter der National Security Agency [NSA] haben berichtet, dass der Dienst systematisch Gespräche von US-Amerikanern aus Nahost und der "Green Zone" in Bagdad abhörte.

Laut einem Bericht des US-Fernsehsenders ABC vom Donnerstag, der sich auf die Aussagen zweier NSA-Mitarbeiter aus Fort Gordon im US-Bundesstaat Georgia beruft, hat die NSA auch die Kommunikation von US-Bürgern aus dem Nahen Osten und - besonders pikant - aus der "Green Zone" mitgehört. US-Präsident George W. Bush und die US-Geheimdienste hatten bisher immer verneint, dass US-Bürger von ihnen im Ausland abgehört würden.

Die "Green Zone" ist der schwer befestigte Kommandobereich, den die USA im ehemaligen Regierungsviertel Saddam Husseins in Bagdad unterhalten. Der US-Senat untersucht nun die Vorwürfe und forderte bereits entsprechende Daten bei der Regierung Bush an.

Hunderte Gespräche abgehört

Laut den Aussagen der NSA-Mitarbeiter wurden Satellitentelefongespräche von US-Bürgern genauso mitgehört wie Telefonsex-Sitzungen von US-Militärs. Der Abhörspezialist David Murfee Faulk gab zu Protokoll, dass er und seine Kollegen Hunderte von Telefongesprächen seiner Landsleute aus der "Green Zone" von 2003 bis 2007 abgehört hätten.

Die beiden Abhörspezialisten seien unabhängig voneinander an die Öffentlichkeit gegangen und ihre Aussagen deckten sich, so ABC.