Werbebarometer mit nüchternem Ausblick

kennzahl
23.09.2008

Internet trotzt der Werberezession

"Die Werberezession ist da", kommentierte Klaus Fessel, Geschäftsführer von Focus Media Research, die am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Werbebarometers.

Für die nächsten sechs Monate sei ein Rückgang der Werbeausgaben um 0,1 Prozent zu erwarten. Solche negativen Werte habe es seit 2001/02 nicht mehr gegeben. Damit schlage das rückläufige allgemeine Wirtschaftswachstum bereits auf die Werbeausgaben durch.

Minus bei TV, Radio und Kino

Für den Rückgang im kommenden Halbjahr sind TV [minus 3,8 Prozent], Hörfunk [minus 2,5 Prozent] und Kino [minus 0,6 Prozent] verantwortlich. Die anderen Bereiche können noch auf ein Plus hoffen, Internet/Neue Medien sogar auf einen satten Zuwachs von sieben Prozent.

Auch Plakatwerbung, Exportwerbung im Ausland und Direct Mail sollten um mehr als drei Prozent zulegen. Für Print sieht das Werbebarometer ein leichtes Plus von 0,9 Prozent voraus, was praktisch einer Stagnation gleichkomme.

81 Prozent der Werbetreibenden wollen im laufenden Jahr mehr fürs Online-Marketing ausgeben, berichtete der europäische Verband der Online-Vermarkter, EIAA, in der Vorwoche.

Der Rückblick

Die ersten acht Monate des Jahres hätten kumuliert noch ein Wachstum der klassischen Werbung von neun Prozent gebracht, zwei Prozentpunkte davon entfielen aber auf politische Parteien und öffentliche Institutionen und seien "nicht nachhaltig", so Fessel.

Bereinigt ergebe sich damit für Jänner bis August ein Plus von sieben Prozent, für das Quartal Juni bis August sogar nur noch ein Zuwachs von bereinigt drei Prozent.

Die Branchen Energie, Telekommunikation, Pkw, Getränke und Kosmetik seien bereits im Sommer im Vergleich zum Vorsommer rückläufig gewesen.

(APA)