Palm weiterhin stark unter Druck

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19.09.2008

Der Smartphone-Hersteller Palm hat am Donnerstag nach Börsenschluss den fünften Quartalsverlust in Folge bekanntgegeben und die Aussicht auf baldige Besserung gedämpft.

Das Minus betrug im Juni-August-Abschnitt netto 41,9 Millionen Dollar oder 39 Cent pro Aktie. Im Vorjahr lag der Fehlbetrag noch bei 0,8 Millionen Dollar. Um Einmaleffekte betrug der Verlust allerdings nur 12,8 Millionen Euro [12 Cent pro Aktie]. Der Umsatz stieg leicht um 1,7 Prozent auf 367 Millionen Dollar.

"Wir sind immer noch in einem massiven Transformationsprozess", sagte Unternehmenschef Ed Colligan in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Einige "bedeutende Hürden" seien noch nicht genommen. In den nächsten Quartalen werde der Umsatz unter Druck stehen, Gewinne seien "illusionär".

Auch Finanzchef Andrew Brown stimmte die Analysten auf schwierige Monate ein. Der Verkaufsschlager Palm Centro habe ein fortgeschrittenes Stadium seines Lebenszyklus erreicht, die Markteinführung neuer Modelle wie des Treo Pro benötige Zeit.

Einstiegsgeräte sollen helfen

Palm verkaufte im zurückliegenden Geschäftsquartal mehr als eine Million Geräte - ein Plus von 49 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings trugen vor allem relativ günstige Einstiegsgeräte wie das Centro dazu bei, die pro Stück weniger Umsatz und Gewinn bringen. Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel knapp 13 Prozent. Im Vorfeld der Veröffentlichung hatte sie im Tagesverlauf noch starke Gewinne eingefahren.

Dem Unternehmen machen noch immer die Folgen früherer Fehler bei der Produktgestaltung zu schaffen. Analysten kritisieren, dass Palm das Gerätedesign lange vernachlässigt habe und das Betriebssystem Palm OS einer Überarbeitung bedürfe. Die gegenwärtige Sanierung werde durch die scharfe Konkurrenz etwa des kanadischen BlackBerry-Anbieters RIM und des Apple-Konzerns mit seinem iPhone erschwert.

Im Heimatmarkt USA, wo Palm 90 Prozent seines Umsatzes macht, sank der Marktanteil bei Smartphones im zweiten Quartal deutlich. Er betrug laut den Marktforschern von IDC nur noch 10,8 Prozent. Anfang des Jahres waren es noch 13,4 Prozent. Palm war bis vor einigen Jahren vor allem für Taschencomputer [PDAs] bekannt, erzielt aber mittlerweile mehr als 90 Prozent seines Umsatzes mit Smartphones.

(dpa)