Quantenkryptonetz startet im Oktober

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18.09.2008

Abhörsichere Kommunikation

Das erste Demonstrationsnetzwerk für Quantenkryptographie weltweit wollen Forscher der Austrian Research Centers [ARC] am 8. Oktober in Wien präsentieren. Das Netzwerk, das zur Verschlüsselung die Eigenschaften verschränkter Lichtquanten einsetzt und völlig abhörsicher sein soll, entstand im Rahmen des von den ARC koordinierten europäischen Forschungsprojekts "SECOQC".

Im Prinzip funktioniert die Quantenkryptographie - die prinzipiell abhörsichere Verschlüsselung von Daten -, das haben Wissenschafter bereits bewiesen. Das Projekt "SECOQC", das von der EU mit 11,4 Millionen Euro unterstützt wird und an dem 41 Partner aus zwölf Ländern beteiligt sind, baut auf Grundlagenforschungen des Experimentalphysikers Anton Zeilinger [Universität Wien] mit verschränkten Photonen auf. Die erste Geldüberweisung mittels Quantenverschlüsselung führte Zeilinger bereits 2004 durch.

Quantenverhalten statt Algorithmen

Heute verwendete Verschlüsselungsmethoden setzen auf komplizierte mathematische Methoden, die aber doch regelmäßig geknackt werden. Im Gegensatz dazu werden Quantenschlüssel stets neu erzeugt, jeder Lauscher würde das System stören und dadurch entdeckt werden.

"SECOQC" ist 2004 angetreten, um aus der relativ neuen Technologie fertige, verkaufbare Lösungen zu machen. Die Wissenschaftler nutzen dazu die bestehende Glasfaser-Infrastruktur der Firma Siemens. Das Demonstrationsnetz verfügt über Knotenpunkte zwischen Wien und St. Pölten, die über herkömmliche Glasfaserkabel miteinander verbunden sind.

Insgesamt gibt es sieben solcher Links, deren Länge zwischen sechs und 82 Kilometer beträgt. In jedem Knotenpunkt befinden sich Module zur Schlüsselerzeugung sowie weitere Module zur Verschlüsselung, Entschlüsselung und Weiterreichung von Schlüsseln.

(APA)