Bild: Jobo

GPS-Modul für den Kamera-Blitzschuh

zubehör
17.09.2008

Geodaten statt Flash

Das deutsche Fotozubehörunternehmen Jobo hat am Mittwoch im Vorfeld der Kölner Fachmesse Photokina, die am 23. September eröffnet wird, die Verfügbarkeit seines schon seit längerem angekündigten GPS-Moduls für Kameras bekanntgegeben.

Das 80 Gramm leichte Gerät mit dem Namen photoGPS wird einfach auf den Blitzschuh der Digitalkamera gesteckt. Über den zentralen Blitzkontakt übermittelt die Kamera an das GPS-Modul, dass der Fotograf eine Aufnahme gemacht hat. Das Modul speichert dann die Koordinaten.

Das PhotoGPS-Modul nutzt den Blitzschuh der Kamera, blockiert ihn durch seine Bauform aber ebenso wie den eingebauten Blitz.

==Fest eingebauter Akku==

Welches GPS-Modul in dem Gerät zum Einsatz kommt, verrät Jobo nicht. Es soll aber auf zehn Meter genau den Standort feststellen können und über einen internen Speicher von 128 MB verfügen, was laut Herstellerangaben Platz für rund 1.000 Ortsangaben lässt. Das Modul braucht rund 0,2 Sekunden, um die jeweiligen Aufnahmedaten zu speichern.

Wieder vor dem Rechner, überträgt der Fotograf die Daten über ein USB2-Kabel an den Computer, wo sie von der mitgelieferten Software in die Metadaten der passenden Bilddateien geschrieben werden. Die Software unterstützt JPEG/EXIF und RAW mit XMP-Sidecar-Dateien. Der fest eingebaute Akku mit einer Kapazität von 120 mAh wird ebenfalls über das USB-Kabel aufgeladen. Der User kann ihn unterwegs nicht wechseln.

Das Gerät soll ab Oktober zum Listenpreis von 159 Euro erhältlich sein. Zum Start gibt es von der Software nur eine Variante für Windows [ab XP SP2], die Version für Mac OS X soll bis Ende 2008 folgen. Die Software kann auch übers Internet auf Karten von Tele Atlas zugreifen und dort die Punkte anzeigen, an denen die mit Geotags versehenen Fotos gemacht worden sind. Die Software kann über den photoGPS-Server des Anbieters auch andere Metadaten wie Höhe, Straßen- und Städtenamen abfragen.

Synchronisation über Zeitdaten

Ein älteres, aber auch günstigeres Konkurrenzprodukt zum photoGPS ist das GPS-CS1-Modul von Sony. Dieses protokolliert nach Aktivierung die Bewegungen des Fotografen, schreibt die entsprechenden Daten in ein Logfile und verlässt sich bei der Synchronisation von Bild- und Standortdaten darauf, dass der Fotograf die Borduhr seiner Kamera präzise eingestellt hat.

Die Zeitinformation ist auch in den GPS-Datensätzen enthalten, sie wird von der Software im heimischen Computer mit den Zeitangaben in den Bildmetadaten verglichen und entsprechend zugeordnet. Eine Verbindung zur Kamera hat das GPS-CS1 nicht. Ein Unterschied zwischen beiden Geräten besteht darin, dass das photoGPS etwas präziser sein könnte als das Sony, da es durch die Verbindung mit dem Blitzschuh nur dann den Standort protokolliert, wenn tatsächlich eine Aufnahme gemacht wurde, während der Sony-GPS-Dongle lediglich auf die nächstbesten Koordinaten in seinem Logfile zugreifen kann, die eben nicht zeitgleich zu einer Aufnahme erstellt worden sind. Dass auch das Jobo-Gerät nicht funktioniert, wenn der Fotograf nicht für eine möglichst genaue Systemzeit in der Kamera sorgt, steht auch fest.

Das GPS-CS1 läuft mit einer vom User austauschbaren AA-Batterie und wird als USB-Speichergerät vom Computer erkannt. Die Genauigkeit des Geräts lässt im Wald und zwischen hohen Häusern allerdings zu wünschen übrig.