Panasonic: Erste Micro-Four-Thirds-Kamera
Digicam mit Wechselobjektiven
Nur wenige Wochen, nachdem die japanischen Konzerne Olympus und Panasonic ihr neues Micro-Four-Thirds-Bajonett vorgestellt haben, hat Panasonic nun die erste Kamera nach dem neuen System präsentiert.
Die Lumix DMG-G1 ist eine Digicam mit Micro-Four-Thirds-Wechselobjektivsystem. Four-Thirds-Objektive lassen sich über einen Adapter anschließen. Panasonic verkauft die G1 sozusagen als Spiegelreflex ohne Spiegel. Der Fotograf verwendet, wie bei einer Digicam, das ausschwenkbare Display am Kamerarücken oder den elektronischen Sucher, um sein Motiv ins Visier zu nehmen.
Spieglein, Spieglein
Vorteile des neuen Systems sind der kompakte Formfaktor - der komplizierte und teure mechanische Spiegelkasten fällt weg - und sicherlich auch die geringere Lautstärke im Betrieb: Wo kein Spiegel, da auch kein Spiegelschlag. Gegenüber den herkömmlichen Digicams wollen Olympus und Panasonic mit dem vergleichsweise größeren Bildsensor punkten.
Kompakt und leicht ist die G1 sicher. Das Gehäuse allein wiegt 385 Gramm. Es ist um einen 12-Megapixel-Sensor im Four-Thirds-Format herumgebaut, der über das bewährte Ultraschall-Staubschutzsystem von Olympus/Panasonic verfügt.
Kontrast-AF
Interessant dürfte auch sein, wie sich der Autofocus der G1 schlägt. Anders als in leistungsfähigen Spiegelreflexkameras kommt in ihr nicht ein Phasenvergleichs-AF, sondern - wie in Digicams - ein "optimierter" Kontrastmessungs-AF zum Einsatz. Panasonic weist darauf hin, dass bestimmte Objektive nicht mit dem Kontrast-AF kompatibel sein könnten und daher an der G1 manuell fokussiert werden müssten. Um welche Objektive es sich dabei handelt, hat Panasonic bisher nicht publiziert.
Die G1 soll ab Anfang November inklusive eines optisch stabilisierten Micro-Four-Thirds-Objektivs vom Typ Lumix G Vario 14-45 mm/F3,5-5,6 zum Listenpreis von 749 Euro im Handel verfügbar sein.
Zusätzlich zur mitgelieferten Optik bietet Panasonic noch das optisch stabilisierte Telezoom Lumix G Vario 45-200 mm/F4,0-5,6 an. Die Kombination aus beiden Objektiven deckt - umgerechnet auf 35-mm-Bildwirkung - einen Bereich von 28 bis 400 mm ab. Wer die älteren Four-Thirds-Objektive nutzen will, der muss einen Adapter dazukaufen.
