Wirtschaft gegen mehr Datenschutz
Werber wehren sich
Die geplante Verschärfung des Datenschutzes ist in der deutschen Wirtschaft auf Ablehnung gestoßen. "Hier wird über das wichtige Ziel, den Verbraucher vor dem Missbrauch seiner Daten zu schützen, hinausgeschossen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages [DIHK], Martin Wansleben, der "Berliner Zeitung" [Freitag-Ausgabe].
"Zielgenaue Werbung" erschwert
Die Folgen für die Wirtschaft seien weitreichend, weil Kundeninformation und zielgenaue Werbung für Produkte erheblich erschwert würden. "Das kann auch nicht im Interesse der Verbraucher sein", sagte Wansleben. Ob so Missbrauch verhindert werden könne, sei zu bezweifeln.
Der Zentralverband der Werbewirtschaft [ZAW] warnte, die geplante Gesetzesverschärfung werde viele Firmen in ihrer Existenz bedrohen. Es würde viel schwieriger werden, Kunden gezielt zu erreichen. ZAW-Sprecher Volker Nickel sagte der Zeitung: "Die Möglichkeit eines kriminellen Missbrauchs wird dadurch nicht beseitigt. Da betreibt die Politik Augenwischerei." Er warf der Politik populistisches Verhalten vor. Es müsse eine Balance zwischen den Schutzinteressen der Verbraucher und den Interessen der Wirtschaft gefunden werden.
(AFP)
