Handel mit Melderegisterdaten aufgedeckt
Privatfirmen verkauften Daten rechtswidrig
Millionen Datensätze aus kommunalen Melderegistern sind nach einem Bericht der Berliner "tageszeitung" ["taz"] von mindestens acht Unternehmen illegal gehandelt worden. Ein Sprecher des Innenministeriums in Kiel bestätigte den Bericht am Donnerstag, ohne Einzelheiten zu nennen. Bei den Unternehmen handele es sich um Vermittler, die für Firmen Anfragen bei Meldeämtern übernehmen, um Kundendaten zu überprüfen, schreibt die "taz".
Statt die Angaben lediglich an den Auftraggeber weiterzuleiten, hätten die Vermittler sie in eigenen Datenbanken gespeichert, um mit ihnen erneut Geld zu verdienen. Eines der Unternehmen besitze eine Datenbank mit 72 Mio. Datensätzen.
Behörden reagieren
Die Innenbehörden in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen hätten deshalb einen Erlass an ihre kommunalen Meldeämter verschickt, der ihnen Auskünfte an solche Firmen verbietet. Auch die Innenverwaltung des Saarlands prüfe eine solche Weisung.
Auch österreichische Daten aus dem Zentralen Melderegister [ZMR] könnten bei deutschen Datenhändlern bereits in Umlauf sein, vermutete der SPÖ-Abgeordnete Johann Maier am Donnerstag.
(dpa)
