Computerspielen im Kinosaal

film & spiel
26.08.2008

Bis zu 200 Kinobesucher könnten schon bald gemeinsam das Geschehen spezieller "Spiel"-Filme auf der Kinoleinwand steuern.

Spiele als Film, Filme als Spiel: Das Zusammenwachsen von Kino und Computerspiel vollzog sich bisher auf diesen beiden Ebenen.

Nun sollen "Space Theatres" Spieler in die Kinosäle locken, in denen diese gemeinsam Einfluss auf ein Spiel nehmen, das auf der Leinwand gezeigt wird. Die Premiere des neuen Konzepts ist zur Berlinale im kommenden Jahr geplant.

Eine erste spielbare Demo stellte das deutsche Unternehmen VR Space Theatres auf der Games Convention in Leipzig vor. "Wir wollen spieleaffine Kinobesucher als Zielgruppe ansprechen", erklärte Space-Theatres-Chef Josef Striedl.

Gruppenspiel auf der Leinwand

Bis zu 200 Kinobesucher könnten mit Controllern am Kinosessel ausgerüstet Einfluss auf das Geschehen nehmen. Ein erster, 45 Minuten langer Film sei bereits in der Produktion. Theoretisch könnten weltweit 1.500 Kinosäle für interaktives 3-D-Gaming umgerüstet werden.

Jede Reihe steuert einen anderen Teil

In ausgewählten Lichtspielhäusern könnten sich die Besucher in speziell ausgerüstete Sessel und spezielle 3-D-Brillen auf die Nasen setzen, erläuterte Produktmanager Carsten Jacob. Ein Moderator werde dann die Kinogänger für die verschiedenen Spieleparts einteilen.

"Während die eine Seite zum Beispiel einen Hai steuert, verfolgt eine andere Gruppe den Räuber mit einem U-Boot, dessen Suchscheinwerfer von einer weiteren Besuchergruppe gesteuert wird", so Jacob.

Möglich sei es auch, Säle in verschiedenen Städten oder Ländern zusammenzuschalten. "Man könnte es auch als weltweit größte Spielekonsole bezeichnen", so die Macher.

(APA | AP)