Schäuble: Zweifel an Datenhandel-Verbot
Gesprächsrunde für nächste Woche geplant
Der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble hat in der Diskussion um den massenhaften Missbrauch privater Daten am Sinn neuer Gesetze gezweifelt. "Es sind eine Menge Ideen und Vorschläge auf dem Markt", sagte Schäuble der "Bild"-Zeitung [Montag-Ausgabe].
Er sei aber skeptisch, "ob wir neue Gesetze brauchen". Die Verantwortlichen und Experten von Bund und Ländern müssten jetzt "gemeinsam das Ganze gründlich analysieren und überlegen, wie wir dem Datenklau im privaten Bereich das Handwerk legen können".
"Private Daten beim Staat sicher"
Kommende Woche lädt Schäuble Justizministerin Brigitte Zypries [SPD], Wirtschaftsminister Michael Glos und Verbraucherminister Horst Seehofer [beide CSU], den Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar und Ländervertreter zum Gespräch.
Verbrauchern riet Schäuble zur Sparsamkeit mit ihren Daten: "Gehen Sie mit Ihren Daten zurückhaltend um, kontrollieren Sie Ihre Kontoauszüge", sagte er. Private Daten, die von staatlicher Seite registriert würden, sind Schäuble zufolge "sicherer als die Daten, die im privaten, nicht öffentlichen Bereich umlaufen".
Im Skandal rund um die illegale Weitergabe von Daten hatte der deutsche Wirtschaftsminister Michael Glos zuvor ein Handelsverbot ins Gespräch gebracht.
(AFP)
