Intel: Internet-TV und Netbook-Zukunft

idf
20.08.2008

Intel will mit einem neuen Chip für Unterhaltungselektronik den Fernseher mit dem Internet verkuppeln. Außerdem warb der Hersteller für seine kommende Mini-Notebook-Plattform Moorestown.

Auf dem Intel Developers Forum stellte der Konzern seine neue Plattform für Unterhaltungselektronik vor und gab einen ersten Ausblick auf die nächste Prozessorengeneration für Mini-Notebooks.

Wenn es nach Intel geht, werden in Geräten der Unterhaltungselektronik wie Videokameras, Blu-ray-Playern und Set-Top-Boxen schon bald Intel-Chips vom Typ CE 3100 stecken. Diese Prozessoren sind für die Verarbeitung von hochauflösenden Videos und 3-D-Grafik optimiert und lassen sich in einer breiten Palette von Geräten einsetzen. Die Prozessoren sollen bereits im September ausgeliefert werden.

Das erste Projekt, das mit dem neuen System-on-a-Chip verwirklicht wurde, ist der Widget Channel, eine Kooperation von Intel mit Yahoo, die es dem Nutzer ermöglichen soll, auf dem Fernseher nebenbei einfach und schnell auf Internet-Inhalte zuzugreifen. Das System wurde auf den neuen Intel-Chip optimiert.

Neue Plattform für Mini-Notebooks

Anand Chandrasekher, Chef der "Ultra Mobility Group" bei Intel, stellte für 2009/2010 die nächste Generation der Moorestown-Plattform für Mini-Notebooks und andere kompakte Mobile Internet Devices in Aussicht.

Shreekant "Ticky" Thakkar, Chefarchitekt für ultramobile Geräte bei Intel, ging bei einer im Netz übertragenen Präsentation zu den neuen Mobilplattformen etwas tiefer ins Detail.

Für Intel bestehe die Herausforderung im Übergang von Chipsätzen, die für PCs optimiert sind, zu Chipsätzen für die neue Generation von kompakten Mobilgeräten für den Internet-Zugriff unterwegs. Thakkar strich dabei heraus, dass die Intel-Mobilgeräte auf Basis der Menlo-Plattform zur Software für herkömmliche PCs kompatibel sei. Im Vergleich zu Mobilgeräten mit ARM-Prozessoren seien daher die Mobile Internet Devices auf Intel-Basis überlegen, da für sie eine größere Auswahl an Software bereitstehe.

Vier integrierte Chips

Thakkar gewährte auch einen kurzen Blick auf die nächste Intel-Mobilplattform Moorestown, sagte aber, dass er erst im kommenden Jahr dazu mehr Details sagen könne. Herz des neuen Systems ist ein Modul mit dem Codenamen "Lincroft", das im 45-nm-Prozess gefertigt ist und sowohl CPU als auch Grafik und Speichercontroller sowie Video-Encoder und -Decoder integriert.

Lincroft zur Seite steht der Chip Langwell, ein integrierter System- und SSD-Controller. Für die Kommunikation ist ein integrierter Chipsatz namens Evans Peak zuständig, der die Schaltkreise für WiFi, WiMAX, Bluetooth und GPS enthält. Auch 3G-Mobilfunk und mobiles Digitalfernsehen sollen bei Bedarf integriert werden können. Abgerundet wird das Moorestown-Paket mit dem PMIC-Chip, der alle notwendigen Stromsparfunktionen enthält.

Insgesamt soll Moorestown die kostengünstige Konstruktion von Mobilgeräten ermöglichen, die kompakter und sparsamer sind als die aktuelle Menlo-Plattform.