Spielefirmen gegen Tauschbörsennutzer
Die britische Spieleindustrie will verstärkt gegen den Tausch urheberrechtlich geschützter Computerspiele im Internet vorgehen.
Britische Spielefirmen beauftragten die Anwaltskanzlei Davenport Lyons damit, vor Gericht die Herausgabe von Namen und Adressen von rund 25.000 Internet-Nutzern zu erzwingen, die verdächtigt werden, urheberrechtlich geschützte Spiel zugänglich gemacht oder heruntergeladen zu haben, berichtete die Londoner "Times".
Gegen eine Abschlagszahlung von 300 Pfund [rund 380 Euro] soll den Verdächtigen eine außergerichtliche Einigung angeboten werden, schrieb die "Times". Wer sich weigert zu zahlen, soll vor Gericht gebracht werden, hieß es weiter.
Davenport Lyons handelt im Auftrag der Spielefirmen Atari, Topware Interactive, Reality Pump, Techland und Codemasters, die unter anderem die Spiele "The Lord of the Rings" und "Operation Flashpoint" vertreiben.
Hohe Strafe
Anfang der Woche wurde bereits eine Britin, die das Spiel "Dream Pinball" über ein Filesharing-Netzwerk heruntergeladen haben soll, zu Schadenersatzzahlungen in der Höhe von 6.000 Pfund [7.600 Euro] und zur Begleichung der Gerichtskosten in Höhe von 10.000 Pfund [12.670 Euro] verurteilt.
Nicht unumstritten
Unter Spielefirmen ist die Vorgangsweise umstritten. Viele Verleger wollen gegen ihr Publikum nicht gerichtlich vorgehen und suchen nach anderen Möglichkeiten, den Tausch urheberrechtlich geschützter Titel zu kompensieren, so die "Times".
In Großbritannien drängt die Regierung auf eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Medienindustrie und Internet-Anbietern bei der Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen. Ende Juli verpflichteten sich sechs große britische Provider für einen Zeitraum von drei Monaten dazu, Mahnbriefe an Kunden zu verschicken, die verdächtigt werden, Urheberrechtsverletzungen begangen zu haben.
