Forderung nach schärferem Datenschutz
Gesetz "so löchrig wie Schweizer Käse"
Als Konsequenz aus dem jüngsten Skandal um den Missbrauch von Kontodaten haben Daten- und Konsumentenschützer in Deutschland sowie die Kriminalpolizei deutlich schärfere Strafen verlangt.
Das 30 Jahre alte Datenschutzrecht müsse dem Zeitalter der Informationstechnologie angepasst werden, forderten sie bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Montag in Berlin.
Der in Schleswig-Holstein publik gewordene Fall von 17.000 illegal gehandelten Datensätzen sei "ein GAU", sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen.
Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar sagte: "Das Sanktionensystem des Bundesdatenschutzgesetzes ist so löchrig wie ein Schweizer Käse."
Im Skandal um die unerlaubte Weitergabe von Kontodaten Tausender deutscher Konsumenten hat sich der mutmaßliche Datendieb der Polizei gestellt.
Neue CD aufgetaucht
Am Montag tauchte unterdessen eine neue CD mit mehr als 130.000 illegalen Datensätzen aus Callcentern bei Kieler Datenschützern auf, wie das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein mitteilte.
Rund 70.000 davon enthielten Kontoangaben, die von Lotterieveranstaltern stammten. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen ist inzwischen im Besitz von sechs Millionen illegalen Datensätzen.
(dpa)
