Menem weist Schmiergeldverdacht zurück

Siemens
11.08.2008

Argentinischer Ex-Staatschef spricht von Ehrverletzung

Der frühere argentinische Staatschef Carlos Menem hat Berichte über eine Verwicklung in die Siemens-Schmiergeldaffäre als "falsch und verleumderisch" zurückgewiesen. "Ich bin es leid, dass mein Name und meine Ehre leiden", schrieb Menem in einem am Montag in der argentinischen Zeitung "La Nacion" veröffentlichten offenen Brief. Er habe bei den Ermittlungen kooperiert und alle Informationen zur Verfügung gestellt.

Gesprächsnotiz

Berichten zufolge gibt es im Siemens-Schmiergeldskandal neue Anhaltspunkte, dass die frühere argentinische Regierung unter Menem Bestechungsgelder in Millionenhöhe erhalten hat. Der "Spiegel" berichtete über eine entsprechende Gesprächsnotiz, die diesen Verdacht nahelege. Darin seien einzelne Zahlungen in Millionenhöhe und deren Empfänger mit Namenskürzeln aufgelistet. Ermittler spekulierten nun, dass sich die Kürzel Menem und anderen früheren argentinischen Regierungsmitgliedern zuordnen ließen, hieß es in dem Bericht.

Ein Siemens-Sprecher wollte sich mit Verweis auf laufende Ermittlungen nicht äußern. Laut Medienberichten stehen die mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen in Argentinien in Zusammenhang mit einem milliardenschweren Auftrag, der aber letztendlich nicht zustande kam.

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(APA | AP)