Wissenschaftler erzeugen 6-D-Bilder
Ein amerikanisch-deutsches Forscherteam hat eine Bildschirmtechnik entwickelt, die Bilder besonders realistisch darstellen soll.
Zusätzlich zur dreidimensionalen Darstellung wird auch die Beleuchtung der Objekte dem jeweiligen Blickwinkel angepasst.
"Ein Display sollte nicht nur auf einen Wechsel des Blickwinkels reagieren, sondern auch auf die umgebenden Lichtverhältnisse", so Ramesh Rashkar, Professor am Massachusetts Institute of Technology [MIT] Media Lab. Das neue 6-D-System mache das, indem sich das Lichtspiel und der Schattenwurf der dargestellten Objekte verändern.
Die Möglichkeit, dass das dargestellte Bild auf den Lichteinfall reagiert, sieht Raskar als großen Vorteil gegenüber Hologrammen. "Wenn ich ein Hologramm einer Blume habe und eine echte Blume daneben, sieht das Hologramm nicht real aus. All die Schatten und Reflexionen auf der Blume werden im Hologramm nicht nachgemacht", erklärt der Wissenschaftler.
Wie die Forscher am Beispiel einer gläsernen Weinflasche zeigen, ist ihr System hingegen in der Lage, den Schattenwurf der Flasche und Relexionen an ihrer Oberfläche entsprechend dem Lichteinfall darzustellen.
Das Grundkonzept des neuen Systems ähnelt dem MIT zufolge den Displays, die bisweilen auf Postkarten und Scherzartikeln genutzt werden. Durch ein Overlay mit einfachen Linsen simulieren sie Dreidimensionalität und können verschiedene Bilder bei unterschiedlicher horizontaler Blickrichtung darstellen.
Mit etwas komplexeren Linsen kommt eine Reaktion der Darstellung auf den vertikalen Blickwinkel dazu - was das MIT als 4-D-Bild bezeichnet. Das neue System funktioniert immer noch ähnlich, nutzt aber zusätzliche Linsen in komplexerer Anordnung und selektiv durchlässige Filter, um auch die Reaktivität des Bildes auf den Lichteinfall zu ermöglichen. Das sind praktisch zwei weitere Darstellungsdimensionen, weshalb es als 6-D-Display bezeichnet wird.
Enorm hohe Kosten
Derzeit existiert nur ein kleiner Prototyp mit niedriger Auflösung als Nachweis der Machbarkeit. Als wesentliches Hindernis sehen die Forscher, dass das Display derzeit rund 30 US-Dollar pro Pixel kostet.
Für ein wirklich praxistaugliches System wären jedoch Tausende Pixel erforderlich, entsprechend hoch sei der Bedarf an weiterer Entwicklungsarbeit.
"Es wird mindestens zehn Jahre dauern, ehe wir Displays von praktikabler Größe haben", so Rashkar.
(pte.at)
