Forscher arbeiten an Tarnkappen-Technik
US-Wissenschaftler sind der Entwicklung einer Tarnkappe ein Stück näher gekommen. Mittels Metamaterialien verhüllten sie erstmals dreidimensionale Objekte.
Schon lange träumt die Wissenschaft davon, Personen und Gegenstände jederzeit "verschwinden" zu lassen, vor allem das Militär investiert viel Geld in diese Entwicklung.
Zum ersten Mal ist es US-Forschern nun geglückt, ein dreidimensionales Objekt mit Hilfe von speziellen künstlich erzeugten Materialien [sogenannten Metamaterialien], die das Licht um den Gegenstand herumlenken, quasi unsichtbar zu machen. Details sollen in Veröffentlichungen in den Wissenschaftsmagazinen "Nature" und "Science" folgen.
0,00000066-Bereich eines Meters
Auch wenn sie das nur im Bereich von einem Milliardstel Meter geschafft haben, glauben die Forscher, dass in Zukunft auch Menschen unsichtbar werden könnten, berichtet die "Sunday Times".
Bisher konnten nur sehr dünne zweidimensionale Objekte derart verhüllt werden.
Die Ergebnisse wurden an der Universität von Kalifornien in Berkley unter der Leitung von Xiang Zhang erzielt.
Personen sehen Gegenstände, da aufgrund der Streuung des Lichts, das auf das Objekt trifft, einige Lichtstrahlen zum Auge reflektiert werden. Die neuen Metamaterialien leiten die Lichtstrahlen um das Objekt herum, es wird wie Wasser um einen Stein herumgeführt. Damit kommt es zu keinerlei Reflektionen.
Für Metamaterialien verwendet man Edelmetalle in Verbindung mit Teflon, Kapton und anderen Faserverbundwerkstoffen. In disem Fall wurde Silber und Magnesiumfluorid genutzt.
Wann es so weit sein wird, dass auch größere oder gar bewegte Gegenstände verhüllt werden können, kann derzeit auch unter den Experimentalphysikern niemand sagen. Der Traum einer Tarnkappe ist jedenfalls noch lange nicht ausgeträumt.
Flugzeuge und Schiffe können schon lange für Radarwellen "unsichtbar" gemacht werden. Mit besonderen Lackierungen und einer speziellen Form wird verhindert, dass ein ausgesandtes Radarsignal reflektiert wird. Das Objekt ist damit am Radarschirm nicht auffindbar, für das menschliche Auge bleibt es aber natürlich sichtbar.
(futurezone | AFP | AP)
