Peking: Uneinigkeit über Netzzensur

olympia
09.08.2008

IOC drängt auf größtmöglichen Zugang

Das Internationale Olympische Komitee [IOC] und das chinesischen Olympia-Organisationskomitee BOCOG sind weiter uneins über die Internet-Zensur in Peking.

Das BOCOG beharrte am Samstag auf der Sperrung missliebiger Webseiten. IOC-Sprecherin Giselle Davies dagegen erklärte es für "richtig und korrekt", dass Journalisten die Olympia-Organisatoren auf das Thema ansprächen. "Wir möchten, dass Sie den größtmöglichen Zugang haben", sagte Davies zu den Reportern.

Zugang vs. Nationale Sicherheit

BOCOG-Generalsekretär Wang Wei blieb hart: "Wir haben freien Zugang versprochen, außer zu ein paar Webseiten, die die nationale Sicherheit und das gesunde Wachstum unserer jungen Menschen gefährden." Das sei "normal auch in jedem anderen Land".

Als Gefahr für die nationale Sicherheit versteht die chinesische Regierung Online-Angebote der Demokratiebewegung und anderer Regimegegner. Eine Gefahr für das "gesunde Wachstum" der jungen Generation stellen neben Dissidenten auch Porno-Seiten dar, die in China ebenfalls zensiert werden. IOC-Sprecherin Davies sprach dagegen von einer "andauernden Aufgabe"

Das IOC hatte zuletzt in Peking zugegeben, dass die chinesische Führung keinen kompletten Zugang zum Internet zugesagt hatte.

(APA | dpa)