27.000 Euro für falsches Facebook-Profil
Schadensersatz für diffamierten Briten
Ein gefälschtes Profil auf der Social-Networking-Site Facebook brachte einem britischen Geschäftsmann 22.000 Pfund [27.883 Euro] Schadensersatz, berichtete die "Times" am Donnerstag in ihrer Onlineausgabe.
Sein Ex-Schulfreund soll eine Fake-Site über ihn erstellt haben, auf der unter anderem sein voller Name, Geburtsdatum, Aufenthaltsorte und falsche Details über seine sexuelle Orientierung sowie politischen Ansichten zu finden waren.
Der Diffamierte hatte den Mann wegen übler Nachrede und Missbrauchs persönlicher Informationen geklagt.
16 Tage online
Das Profil enthielt auch falsche Informationen über die Firma das Briten. Der Bruder des Diskreditierten entdeckte das Profil 16 Tage, nachdem es hochgeladen worden war, und ließ es vom Netz nehmen.
Das Gericht sprach dem Opfer 15.000 Pfund Schadensersatz für üble Nachrede und 2.000 Pfund für Verletzung der Privatsphäre zu. Zusätzlich bekam seine Firma 5.000 Pfund Entschädigung wegen übler Nachrede zugesprochen. Bei dem Fall handelt es sich um den ersten Diffamierungs-Prozess in Großbritannien, in den Facebook involviert ist.
Zerstrittene Freunde
Der bloßgestellte Brite, der eine Website betreibt, über die Publikum für Fernseh-Shows gebucht wird, und der Angeklagte, ein Kameramann, kennen sich seit ihrer Schulzeit. Später zerstritten sich die Männer.
Der Erfolg des Unternehmens des nunmehrigen Klägers und die freiwillige Auflösung seiner eigenen Firma dürfte in dem Kontrahenten Neid hervorgerufen haben, so das Gericht. Der Kameramann bestritt dies und gab an, dass das Profil während einer Party in seinem Londoner Haus von einer Gruppe von Freunden erstellt worden war.
(APA)
