Google startet Wissenswebsite Knol

23.07.2008

Google hat seine Wissenswebsite Knol gestartet. Das Projekt lässt seine User Artikel verfassen und unterzeichnen. Google teilt die Einnahmen aus den platzierten Textanzeigen mit den Autoren.

Google hat am Mittwoch seine Wissenswebsite Knol freigeschaltet. Das Projekt, das im Dezember 2007 vorgestellt wurde, setzt im Gegensatz zur Wikipedia auf individuelle Autoren, die die von ihnen erstellten Artikel mit ihrem Klarnamen signieren.

Die Autoren können die Kommentare aus der Nutzergemeinde einarbeiten oder diese zurückweisen. Es können sich auch mehrere Autoren zusammenschließen und einen Artikel gemeinsam verwalten. Die Nutzer können Punkte für Artikel vergeben.

Einkünfte via Google Ads

Wer auf Knol - eine Kurzform für "Knowledge" (Wissen) - mitschreiben will, muss einen Google-Account anlegen. Wenn ein Autor möchte, kann er auf seinem Artikel Google-Textanzeigen schalten. Er bekommt von Google einen Anteil aus den Einnahmen für diese Anzeigen dafür. Zu diesem Zweck kann ein Autor auch einen bereits bestehenden AdSense-Account bei Knol anmelden.

Die Lizenzen

Laut einer Mitteilung im offiziellen Google-Weblog will der Konzern damit das Wissen, das in den Köpfen der Menschen steckt, ins Web bringen. Ob Knol so attraktiv werden kann wie Wikipedia oder deren Konkurrenzprojekt Citizendium, wird sich zeigen.

Während auf Wikipedia alle Artikel frei sind und kopiert werden dürfen, können sich die Autoren auf Knol aussuchen, welche Lizenz sie für ihre Artikel verwenden wollen. Sie können die Rechte behalten oder sich für eine Creative-Commons-Lizenz entscheiden, mit der sie steuern können, ob und unter welchen Umständen ihre Beiträge verwendet werden dürfen.

Google lehnt in seinen allgemeinen Geschäftsbedingungen allerdings jede Verantwortung für die Inhalte auf Knol ab. Der Konzern weist auch darauf hin, dass die auf Wikipedia verwendete GNU Free Documentation License nicht unter allen Umständen mit den verschiedenen CC-Lizenzen kompatibel ist.

Die Knol-AGB beinhalten in Abschnitt acht auch einen Passus, der Google das unwiderrufliche wenn auch nicht exklusive Recht auf weltweite Darstellung der auf Knol eingestellten Inhalte gibt. Auch die biografischen Informationen über die Autoren unterliegen ausdrücklich dieser Regelung.

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