One klagt T-Mobile wegen Direktmarketing

vorwürfe
18.07.2008

One-Chef Michael Krammer klagt T-Mobile Austria. Der Mitbewerber habe bei einer Direktmarketing-Kampagne für tele.ring den Datenschutz verletzt.

Der harte Konkurrenzkampf im Mobilfunk ist um eine Facette reicher: Der drittgrößte Anbieter One hat den zweitgrößten, T-Mobile Austria, wegen angeblicher Verletzung des Datenschutzes geklagt. Auslöser war eine Werbeaktion der T-Mobile-Tochter tele.ring, bei der bestehende Kunden von One mittels persönlich adressierter Folder zum Wechseln des Anbieters geködert werden sollten. Was wiederum zu erbosten Reaktionen von One-Kunden führte, die wissen wollten, wie ihre Kundendaten an Dritte gelangen konnten.

"Ich frage mich, wie T-Mobile/tele.ring guten Gewissens mit Daten unserer Kunden hantieren kann. Wir haben unsere Kundendaten natürlich nicht weitergegeben. Keiner unserer Kunden hat in seinem Vertrag jemals zugestimmt, dass T-Mobile/tele.ring ihn mit Werbung belästigen darf", sagte One-Chef Krammer am Freitag zur APA. Als Folge leitete One am Freitag beim Handelsgericht Wien eine Klage auf Unterlassung mit Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung ein. Weiters prüft Krammer eine Sachverhaltsdarstellung an die Datenschutzkommission.

Erwerb bei Adressanbieter

"Wir haben zwar Mitleid mit einem Marktbegleiter, der gezwungen ist, zu solchen Praktiken zu greifen. Gleichzeitig müssen wir aber unsere Kunden vor dem Missbrauch ihrer Daten und vor unerwünschten Keilermethoden schützen. Das ist ein klarer Verstoß gegen das Wettbewerbsgesetz. Wir sehen uns daher gezwungen, im Sinn und zum Schutz unserer Kunden ein solches unlauteres Verhalten zu unterbinden", so Krammer.

Bei T-Mobile Austria kann man die Aufregung nicht verstehen. "Wir haben keine One-Daten gekauft", hieß es auf APA-Anfrage aus der Rechtsabteilung. Vielmehr habe man bei einem Adressanbieter "Daten mit gewissen Eigenschaften" erworben. Diese bezogen sich auf Personen, die eine One-Nummer hatten. Wie der Adressanbieter dazu gekommen ist, blieb offen. Bei T-Mobile verwies man darauf, dass Internet-Nutzer bei Preisausschreiben und Ähnlichem ihre Daten Dritten zur Verfügung stellen würden, und dieses Datenmaterial werde nun einmal von Adressanbietern genutzt. One habe die Daten jedenfalls nicht weitergegeben, bemühte man sich bei T-Mobile um Entschärfung des Konflikts.

(APA)