Kniet nieder vor dem iMessias

12.07.2008

Der Mobilfunk hat in Österreich den Katholizismus als Staatsreligion abgelöst - und sein Messias ist das iPhone. Vollendet ist die Transsubstantiation von billigem Elektrokrempel zu echtem, wahrem, wundervollem Geld. Wir knien nieder zur Wandlung. Doch erst kommt die Predigt!

Liebe Gemeinde,

wir sind heute im Hause des Herrn zusammengekommen, um das hohe Fest der Auslieferung zu feiern und in freudigen Lobseligpreisungen die Ankunft des gesegneten iPhone 3G zu begehen. Es erfüllt unser Herz mit Freude, dass selbst all jene Zweifler erhört werden in ihrem Klagen. Ihrer ist der Zweijahresvertrag.

Doch wollen wir nicht vergessen, dass nach wie vor eine große Gefahr in allem lauert, das uns vom rechten Wege abbringen will. Immer mehr Götzen und Frevler in sündiger Anbetung des verderbten Fleisches säumen den Weg zur echten, wahren 16-GB-Verehrung. Und seien wir, liebe Gemeinde, sicher, dass uns auch hier der Mammon vom Wege der Tugend abzubringen droht. Bleiben wir in der Zuversicht, denn ich sage Euch: Wunderbare Dinge kommen noch auf uns zu. Unbezahlbare Dinge.

So konnten wir die freudige Nachricht vernehmen, dass der Chief Technology Officer von Segway nun zu St. Jobs in das Produktdesign wechseln wird. So höret denn die frohe Botschaft: Es wird wie bei diesem Himmelsgefährte, dessen Neigung zum Rollen der Räder führet, auch das zukünftige Erz-iPhone zum schiefen Winkel geneigt noch schneller telefonieren.

Und so, wie es uns schon heute aus der düsteren Finsternis des mobilen Betens in eine datenreiche Zukunft führt, immer mehr iGemeinden das freudige Miteinander ermöglichen. So wird dereinst die frohe Botschaft direkt via Stammhirnlappen in unsere Seelen eingespeist werden. Sehet die Vögel auf dem Felde! Die telefonieren nicht und fliegen doch ständig raus.

Amen.

(Harald Taglinger)