ISO: Einsprüche gegen OOXML ablehnen
Das Weblog Groklaw hat die Empfehlung der Chefs von ISO und IEC an die zuständigen Ausschüsse veröffentlicht. Demnach seien die vier Einsprüche gegen die Fast-Track-Standardisierung von OOXML abzulehnen.
Das Microsoft-kritische Weblog publizierte am Mittwoch die bisher nicht öffentlich verfügbare Empfehlung der Chefs von ISO und IEC zum Umgang mit den Einsprüchen gegen OOXML an das Technical Management Board [TMB] der ISO. Die ISO hat die Echtheit des Dokuments bisher noch nicht bestätigt.
Alan Bryden, Generalsekretär und CEO der ISO, und Aharon Amit, Generalsekretär und CEO der IEC, sprechen sich in dem Dokument dafür aus, die Einsprüche der nationalen Standardisierungsorganisationen von Brasilien, Südafrika, Venezuela und Indien nicht weiter zu bearbeiten.
Komplexes Verfahren
Besagte Länderorganisationen hatten Anfang Juni Einspruch gegen die Fast-Track-Standardisierung des von Microsoft geschaffenen Bürosoftware-Dateiformats OOXML als ISO 29500 erhoben. Bryden und Amit waren dazu verpflichtet, bis Ende Juni eine Empfehlung an das Technical Management Board der ISO und das Standardization Management Board der IEC darüber abzugeben, wie mit den Einsprüchen zu verfahren sei.
Eine Entscheidung der beiden Gremien wurde für Mitte August in Aussicht gestellt. Die Empfehlung der Generalsekretäre ist für die Gremien nicht bindend. Falls die Einsprüche weiter bearbeitet werden, wird ein Vermittlungsausschuss eingerichtet, der dann innerhalb von drei Monaten einen Bericht an die Generalsekretäre schicken muss.
Auch die betroffenen Länderorganisationen selbst können bei einer Zurückweisung ihrer Einsprüche fordern, dass ein solcher Vermittlungsausschuss eingerichtet wird.
Südafrika und Brasilien haben insbesondere moniert, dass auf dem Problemlösungstreffen des Komitees im Februar in Genf die wichtigsten Probleme der nationalen Standardisierer mit dem Format nicht hatten angesprochen werden können.
Die Free Software Foundation Europe [FSFE] und andere Gegner der Standardisierung von OOXML alias DIS 29500 werfen Microsoft vor, sein Dateiformat gegen das bereits von der ISO standardisierte Konkurrenzformat ODF durchsetzen zu wollen, das unter anderem in OpenOffice verwendet wird.
