Siemens-Betriebsrat will um Jobs kämpfen

arbeitskampf
06.07.2008

Der Siemens-Betriebsrat kündigt Widerstand an, sollten im Zuge des geplanten Jobabbaus zu viele Stellen gestrichen werden.

Die vom Unterenhmen genannte Maximalforderung von 17.000 Stellen sei völlig überhöht, sagte Gesamtbetriebsratsmitglied Werner Mönius der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Bevor wir Siemens und damit unsere Arbeitsplätze gefährden, ist es unsere Pflicht, notfalls auch einen Arbeitskampf durchzuführen", sagte er.

Informationen am Montag

Der Konzern will seine Beschäftigten ab Montag über den Umfang des angekündigten Stellenabbaus informieren. Man wolle den Belegschaftsvertretern die exakten Zahlen, heruntergebrochen auf die einzelnen Standorte, präsentieren und den Betriebsräten "zwei Tage lang Rede und Antwort stehen", sagte Personalvorstand Siegfried Russwurm der Zeitung. Die Öffentlichkeit will das Unternehmen am Dienstag informieren.

Siemens-Chef Peter Löscher hatte in einem Interview indirekt Berichte bestätigt, wonach im Konzern insgesamt gut 17.000 Arbeitsplätze wegfallen sollen, davon 6.400 in Deutschland. Über dieses Stellenabbau-Programm soll nun verhandelt werden.

"Unzureichend informiert"

Der Betriebsrat sieht sich von dem Technologiekonzern unzureichend über den bevorstehenden Stellenabbau informiert. "Wir haben vom Unternehmen viel Papier bekommen", sagte Bettina Haller, Mitglied von Gesamtbetriebsrat und Aufsichtsrat, dem Berliner "Tagesspiegel".

"Die Quantität ist hoch, aber die Qualität der Informationen lässt zu wünschen übrig." Beim Personal sollten insgesamt zehn Prozent eingespart werden. "Es gibt aber keine Details darüber, wie das umgesetzt werden soll, und ob die einzelnen Einheiten anschließend überhaupt noch arbeitsfähig sind", kritisierte Haller.

(APA | AP)