Nokia kauft sich von Bochum frei

60 Mio. euro
03.07.2008

Nach der Schließung des Bochumer Nokia-Werks haben sich das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen und der finnische Handykonzern auf einen millionenschweren Pakt zur Wirtschaftsförderung in der Region verständigt.

Nokia und das Land legen ein Förderprogramm mit einem Gesamtvolumen von bis zu 60 Mio. Euro auf, wie Landeswirtschaftsministerin Christa Thoben [CDU] am Donnerstag sagte. Der Handy-Weltmarktführer unterstützt das Programm "Wachstum für Bochum" mit 20 Mio. Euro sowie den Nettoerlösen aus dem Verkauf seines Bochumer Werksgeländes, weitere 20 Mio. Euro steuert das Land bei.

Mit der Einigung erklärten Nokia und Landesregierung ihre Auseinandersetzung über die 60-Millionen-Euro-Rückforderung von Subventionen für beendet.

Nokia hatte im Jänner überraschend angekündigt, sein Bochumer Werk mit 2.300 Beschäftigten zur Jahresmitte zu schließen und die Produktion nach Rumänien zu verlagern. Das Land NRW machte daraufhin die Rückzahlung der Subventionen geltend.

Gründungen und Arbeitsplätze fördern

Mit dem Geld aus dem gemeinsamen Programm von Nokia, Land und Stadt Bochum wird nun unter anderem ein Gründerzentrum in der Ruhrgebietsstadt errichtet. Damit sollen die Gründung und Weiterentwicklung von Unternehmen gefördert werden, die hochwertige Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen.

Das Nokia-Werksgelände in Bochum soll an einen Käufer oder Investor verkauft werden, der sich zur Schaffung von Arbeitsplätzen auf dem Areal verpflichtet. Weiterer Bestandteil des Förderprogramms ist eine international ausgerichtete Kampagne mit dem Ziel, geeignete Investoren für Bochum und die Region zu gewinnen. Ferner soll ein Lehrstuhl an der Bochumer Ruhruniversität eingerichtet werden, um die kommerzielle Nutzung wissenschaftlicher Forschung voranzutreiben.

Nokia hat sich reingewaschen

NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers [CDU] begrüßte die Einigung. "Das Verhandlungsergebnis muss jetzt von allen Partnern so umgesetzt werden, dass zukunftsweisende Projekte entstehen", sagte Rüttgers in Düsseldorf.

"Wichtig ist vor allem, zusätzliche Arbeitsplätze in der Region zu schaffen." Nokia-Finanzvorstand Rick Simson betonte, alle Beteiligten seien sich darin einig, dass das Programm "wichtige Impulse für die nachhaltige Schaffung von Arbeitsplätzen in Bochum und der Region setzen" werde.

Thoben hob das Interesse der Landesregierung hervor, "die Weichen für eine zukunftsorientierte Lösung für Bochum zu stellen". "Nokia hat diese gemeinsame Lösung möglich gemacht, und wir sind dem Unternehmen dankbar dafür." Anfang April hatten sich der Handykonzern und der Betriebsrat bereits auf einen 200 Mio. Euro schweren Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiter geeinigt.

(AFP)