Kracher schädlicher als MP3-Player
Knall lässt das Ohr um 50 Jahre altern
Ein lauter Knall zum Beispiel von einer Spielzeugpistole oder von einem Silvesterkracher kann für das Hörvermögen schädlicher sein als dauerhaftes Musikhören etwa mit einem MP3-Player.
"Ein Knall reicht aus, um das Ohr 50 Jahre altern zu lassen", sagte der deutsche Hörforscher Eckhard Hoffmann, Professor für Audiologie an der Hochschule Aalen.
In einem Ohr gebe es rund 18.000 Hörzellen, die ein Leben lang halten müssten, so Hoffmann. Bei einem lauten Knall direkt neben dem Ohr könnten Tausende Zellen beschädigt werden. Eine zerstörte Zelle sei nicht regenerierbar. "Das sind die wirklich gefährlichen Sachen fürs Ohr", sagte der Experte.
MP3-Player ohne Einfluss auf Hörvermögen
Dagegen hätten Studien ergeben, dass Kinder und Jugendliche, die regelmäßig einen MP3-Player nutzten, nicht mehr Hörverluste hätten als die, die kein solches Gerät besäßen.
Auch Discogänger hörten nicht automatisch schlechter als diejenigen, die keine Disco besuchten. "So einfach ist das nicht", sagte er, betonte aber zugleich: "Es gibt beim Lärm nach oben hin schon eine Grenze."
Vor zehn Jahren, im März 1998, hat das südkoreanische Unternehmen Saehan mit dem MPMan F10 den ersten tragbaren MP3-Player präsentiert. Seither haben portable digitale Musik-Player die Hörgewohnheiten ihrer Nutzer und auch das Musikgeschäft nachhaltig verändert.
(AP)
