Internet-Telefonie in Europa legt zu

studie
27.06.2008

Immer mehr Menschen greifen beim Telefonieren zum Headset statt zum Hörer. Bereits 22 Prozent der EU-Bürger mit Netzanschluss tätigen regelmäßig Anrufe über das Internet, ergab eine EU-Untersuchung.

Etwa die Hälfte der europäischen Haushalte haben zudem Internet-Zugang [49 Prozent, in Österreich 52 Prozent], und immer mehr verfügen über Breitbandanschlüsse [36 Prozent - ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr]. Der Breitbandanteil in Österreich liegt mit 34 Prozent knapp unter dem EU-Schnitt. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten EU-weiten Erhebung der Europäischen Kommission hervor.

22 Prozent dieser Haushalte mit Internet-Anschluss nutzen diesen auch zum Telefonieren. Besonders hoch ist der Anteil der IP-Telefonierer in Lettland [58 Prozent], Litauen [51 Prozent], der Tschechischen Republik [50 Prozent], Polen [49 Prozent] und Bulgarien [46 Prozent].

Als Grund für einen fehlenden Internet-Anschluss wird nach wie vor meist mangelndes Interesse angegeben [50 Prozent der Antworten].

Festnetzsterben ungebrochen

Immer mehr Europäier wechseln von der Festnetztelefonie zum Mobilfunk. Fast ein Viertel der Haushalte in den 27 EU-Staaten [in Österreich 38 Prozent] hat bereits keinen Festnetzanschluss mehr, sondern nutzt nur noch das Handy.

Mehr als jeder vierte Handyuser beklagt dabei jedoch die Verbindungsqualität, gelegentlich komme es zu Gesprächsabbrüchen.

Surfen via Handy

In Österreich und einigen weiteren Mitgliedsstaaten [Tschechische Republik, Slowakei und Italien] geht der Handyanstieg mit einer zunehmenden Nutzung von Mobiltelefonen oder Satellitennetzen für den drahtlosen Internet-Zugang einher.

Der Festnetzverzicht ist laut der Studie in den neuen Mitgliedsstaaten mit 39 Prozent wesentlich höher als in den 15 alten Mitgliedsstaaten [20 Prozent].

DVB-T-Anteil steigt langsam

Die Zahl der Haushalte mit digitalem terrestrischem Fernsehempfang [DVB-T] stieg laut der EU-Erhebung seit Ende 2007 in den 27 EU-Mitgliedsstaaten um fünf Prozent auf jetzt zwölf Prozent.

Der Anteil der Haushalte mit analogem Fernsehempfang über eine Funkantenne dagegen fiel von 45 Prozent auf 41 Prozent.

Kombinierte Telekom- und Medienlösungen

29 Prozent der europäischen Haushalte [Plus neun Prozent] erwarben zwei oder mehr Telekommunikations- und Mediendienste von demselben Anbieter. Am häufigsten kombinierten sie dabei Festnetzanschluss und Internet-Zugang.