Löscher: Siemens "zu deutsch"

strategie
25.06.2008

Siemens-Chef Peter Löscher findet sein Unternehmen zu deutsch und sieht mehr Multikulti-Manager als Grundlage für mehr Wettbewerb.

"In der Führungsetage sitzen nur weiße Männer", sagte Löscher der "Financial Times Deutschland" [Mittwoch-Ausgabe].

Die 600 Spitzenmanager von Siemens seien vorwiegend weiße deutsche Männer: "Wir sind zu eindimensional." Er habe sich für sein zweites Jahr an der Spitze des Konzerns vorgenommen, die "globale Vielfalt" in der Unternehmensführung auszubauen, sagte der Österreicher weiter. Wenn sich die deutsche Wirtschaft nicht in diese Richtung bewege, drohe die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu leiden.

Es gehe ihm nicht um Quoten, sagte Löscher der "FTD" weiter. "Aber ich würde gerne einen gemischteren Vorstand sehen. Ich hätte gerne, dass ein richtig guter Chinese das China-Geschäft führt und ein richtig guter Inder für Indien zuständig ist."

"Absolut entscheidend"

Die Vielfalt sei zentral für Deutschlands Zukunft: "Es ist absolut entscheidend. Es ist das Wichtigste." Bilde ein Unternehmen seinen internationalen Kundenstamm nicht ab, könne es sein volles Potenzial nicht ausnutzen. Bekomme es das aber hin, habe es einen gewaltigen Vorteil.

(AFP)