Konsumentenschutz im digitalen Zeitalter
Die EU will ein klares Regelwerk für digitale Konsumenten aufstellen, um den innereuropäischen Online-Handel anzukurbeln.
Die für Konsumentenschutz zuständige EU-Kommissarin Meglena Kuneva kündigte am Freitag in London an, dass sie noch heuer entsprechende Gesetze vorschlagen werde, "um den Dschungel voll komplexer Gesetze zu lichten".
Laut EU-Kommission hatten rund ein Drittel der EU-Bürger im vergangenen Jahr Produkte und Services online gekauft, nur wenige schenkten ihr Vertrauen dabei aber einem europäischen Anbieter. Kuneva betonte, dass die Regulatoren gefordert seien, unnötige rechtliche Barrieren aufzuheben.
Zudem müssten die Online-Rechte der Konsumenten klar formuliert werden, etwa für den Fall, dass ein Händler nicht liefert. Die Hälfte der Beschwerden über grenzüberschreitende Einkäufe, die im vergangenen Jahr bei einer entsprechenden EU-Stelle eingelangt sind, betrafen Lieferprobleme. Laut Kuneva seien die Konsumeneten in solchen Fällen ziemlich hilflos - eine Tatsache, die sich ändern müsse.
Datensammelwut eindämmen
Ein weiteres Thema sei der Datenschutz und klare Regeln, wie viel Daten ein Online-Händler über seine Kunden sammeln darf. Immerhin wüssten viele Nutzer nicht einmal, dass ihr Kaufverhalten getrackt, gespeichert und für kommerzielle Zwecke weiterverwendet wird.
Dazu rief Kuneva ihre Kollegen aus der EU-Kommission zum Dialog auf, um einen Konsens über alle Plattformen hinweg zu finden.
Kuneva wolle sich auch für ein Ende der Urheberrechtsabgaben einsetzen, die in manchen EU-Ländern auf Drucker und elektronische Speichermedien eingehoben werden.
(AP)
