Sagem will deutsche Bundesdruckerei

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17.06.2008

Sicherheitskonzern erwägt Angebot

Der französische Sicherheitskonzern Sagem will einem Zeitungsbericht zufolge einen Einstieg bei der Berliner Bundesdruckerei versuchen.

Bis zur am Mittwoch auslaufenden Angebotsfrist wolle Sagem über seine Deutschland-Tochter Orga ein Gebot vorlegen, berichtete die "Financial Times Deutschland" ["FTD"] am Dienstag unter Berufung auf Firmenkreise. Eine Sagem-Orga-Sprecherin bestätigte dem Blatt generell das Interesse an der Druckerei, nannte aber keine Einzelheiten.

"Wir werden weiter an dem Prozess teilnehmen", sagte sie der "FTD". Die deutsche Bundesdruckerei druckt Euro-Banknoten für Deutschland, Personalausweise und Reisepässe. Finanzkreisen zufolge wird der Wert des Unternehmens auf bis zu 750 Mio. Euro beziffert.

Nationaler Bieter aus Sicherheitsgründen

Berlin sucht der "FTD" zufolge aus nationalen Sicherheitsinteressen einen deutschen Käufer für die Bundesdruckerei. Indem die Deutschland-Tochter Orga das Angebot abgebe, würde es sich um einen deutsch-französischen Bieter handeln.

Als Favorit für den Druckereikauf gilt nach dem Zeitungsbericht derzeit der Münchner Chipkarten- und Geldnotendruckkonzern Giesecke & Devrient, der nach Angaben einer Sprecherin den Einstieg allein anstrebt.

Die deutsche Bundesdruckerei wurde im Jahr 2000 privatisiert und gehörte zwischenzeitlich dem Finanzinvestor Apax. Derzeit ist sie in Insolvenzverwalter-Hand. Dem Bericht zufolge will der Bund voraussichtlich eine Sperrminorität von 25,1 Prozent an der Bundesdruckerei erwerben.

(APA)