Ein Ratgeber für iPhone-Snobs
Wer im Sommer noch mit einem iPhone angibt, kann sich gleich mit Opas Handbohrer an den Baggersee legen. Der Verein zur Wahrung des Besonderen im Apple [VWBA] hat in einem Rundschreiben an seine Mitglieder erklärt, wohin der Hase für die wirklichen Könner unter den Kennern läuft: weg vom "Will ich haben"-Gerät, hin zum "Will was anderes"-Objekt.
Liebe Freunde und Förderer des Wahren, Schönen, Seltenen,
mit dem 11. Juli geht eine Ära zu Ende. Dann kann sich jedes mentale Nachtschattengewächs ein iPhone leisten und so tun, als würden seine fettigen Flossen etwas Edles befingern. Einfacher ausgedrückt:
Steve Jobs hat uns wieder einmal enttäuscht. Das iPhone ist ab dem 11. Juli in 70 Ländern zu haben. Auch in unserem schönen. Für fast kein Geld. Der Vorstand ist aufgerüttelt. Jeder dahergelaufene Anrufer kann jetzt mit dem iPhone 3G herumlaufen. Kaum einer wird sich noch nach uns, den bisherigen iPhonikern, umdrehen. Schon gar nicht in der Innenstadt. Es muss gehandelt werden.
Per Vorstandsbeschluss geben wir daher folgende Empfehlung an unsere Mitglieder ab: iPhone unauffällig entsorgen. EBay ist peinlich, lasst Euch nicht vom Mob bekaufen. Zur weiteren Brauchtumspflege unseres Vereins empfiehlt der Vorstand weiterhin folgende neu und auf keinen Fall leicht zu erwerbende Geräte:
1. Das singende Floppy-Laufwerk für böse Asthmatiker und Planetensprenger.
2. Der Schweizer Monstertisch für Diners mit Biss.
3. Die Datenhosen für informationsreiche Oberschenkel und ungeklärte Joystick-Slots.
4. Den gekonnt gefertigten Schulrechner für Schrauber und Bessertipper.
5. Die Endlosklampfe für "House of the Rising Sun"-Extremisten.
6. Die "In 80 Tagen um die Welt"-Tastatur. [Achtung, 3. und 6. sind nicht frei kombinierbar, können zusammen zu unschönen Hodenfrakturen führen]
Die Auswahl wird durch den VWBA im zweimonatigen Rhythmus fortgesetzt und kann jederzeit gegen eine Schutzgebühr von fünf Euro als Faltblatt erworben werden.
Wir freuen uns, auf der nächsten Vereinssitzung im August Frau Naomi begrüßen zu dürfen. Frau Naomi wird uns in einer kleinen Kochlektion zeigen, wie wir unsere eigenen Wunschgeräte gebacken bekommen. Das wird sehr lustig. Und wir können uns noch weiter von einer zunehmend zunehmenden Klientel lösen.
Schade, dass wir das iPhone verlieren. Erfolg macht unattraktiv. Da ist der Einsatz von dubioser Software nur das Tüpfelchen auf dem i.
Es lebe die Exklusivität!
Ihr Vorstand, VWBA
(Harald Taglinger)
