Gerüchte über Tele2-Verkauf
One und UPC sollen interessiert sein
Laut einem Vorabbericht des Magazins "Format" soll der Österreich-Ableger der schwedischen Tele2-Gruppe unmittelbar vor dem Verkauf stehen, als Interessenten hätten sich primär der Telekabel-Anbieter UPC und der Mobilfunker One in Position gebracht.
Weiters sollen laut "Format" auch T-Mobile und Finanzinvestoren Interesse angemeldet haben. Am Montag laufe jedenfalls die Frist für die nicht verbindlichen, indikativen Angebote ab, die zwischen 60 und 80 Millionen Euro liegen, so das Magazin.
Von Tele2 hieß es am Donnerstag auf Anfrage von ORF.at: "Als börsennotiertes Unternehmen kommentieren wir solche Gerüchte prinzipiell nicht." Tele2 Österreich ist eine Tochter der schwedischen Tele2-Gruppe und hatte erst vor drei Jahren den Mitbewerber UTA übernommen.
Tele2 mit 900.000 Kunden
Tele2, das sich mit UPC um den Titel des zweitgrößten Telekomanbieters in Österreich "matcht", musste 2007 einen Umsatzrückgang von 300 auf 280 Mio. Euro hinnehmen, unterm Strich blieb ein ausgeglichenes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen [EBITDA], nach einem leichten operativen Gewinn im Jahr davor. Die Zahl der Teilnehmer sank von knapp einer Million auf 900.000.
Branche beklagt Re-Monopolisierung
Käme es zu einer Übernahme durch UPC, würden sich zehn Jahre nach Beginn der Telekomliberalisierung nur noch zwei große Unternehmen - UPC/Tele2 und der Ex-Monopolist Telekom Austria - einen Großteil des Festnetz- und des nicht mobilen Internet-Marktes teilen.
Innerhalb der Branche hatte es schon bei der Übernahme des Festnetzanbieters eTel durch die Telekom Austria im Vorjahr heftige Kritik an einer möglichen Re-Monopolisierung gegeben. So kritisierten die alternativen Anbieter, dass es zu wenig Auflagen für die Ta gegeben habe.
"Die Entscheidung ist für uns unverständlich, da sie in unserem Rechtsverständnis klar dem Kartellgesetz widerspricht", sagte damals Tele2-Chef Robert Hackl. Sogar die Bundeswettbewerbsbehörde [BWB] schaltete sich ein und kritisierte die Vorgangsweise der Telekom-Regulierungsbehörde RTR.
Für Rumoren sorge auch der Kauf der Tele2-Handysparte durch die Telekom Austria, ebenfalls im Vorjahr.
(futurezone | APA)
