DT-Kunden fürchten um ihre Daten
Ein Drittel würde den Anbieter wechseln
Der Deutschen Telekom [DT] droht nach dem Abhörskandal möglicherweise eine massive Abwanderung von Kunden.
Ein Drittel der DT-Kunden wolle deswegen "bestimmt" oder "wahrscheinlich" zu einem anderen Anbieter wechseln, berichtete die "Wirtschaftswoche" über das Ergebnis einer Umfrage des Kölner Instituts Psychonomics.
Jeder zweite Kunde gab demnach an, wegen der Bespitzelung unter anderem von Journalisten durch die DT das Vertrauen in den Konzern hinsichtlich der Sicherheit seiner eigenen Kundendaten verloren zu haben.
Gedämpft werden dürfte eine drohende Kündigungswelle laut Bericht allerdings zunächst dadurch, dass das Unternehmen viele Festnetz- und Mobilfunkkunden mit Zweijahresverträgen an sich gebunden hat.
"Datensicherheit ist das höchste Gut"
DT-Vorstandschef Rene Obermann rief unterdessen seine Mitarbeiter dazu auf, Zivilcourage zu zeigen. Sie sollten sich gegen ein mögliches Fehlverhalten von Vorgesetzten und Kollegen stellen, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" [Montag-Ausgabe].
"Datensicherheit ist das höchste Gut für die Deutsche Telekom. Deshalb muss jedem klar sein, dass die Verletzung des Datenschutzes kein Kavaliersdelikt ist", so Obermann.
Das gelte für die Weitergabe von Betriebsgeheimnissen, aber "noch viel, viel mehr für den Schutz des Fernmeldegeheimnisses".
Obermann ermunterte die Mitarbeiter, in kritischen Fällen nicht zu schweigen, sondern Hinweise weiterzugeben. "Blinde Befehlsgläubigkeit darf es nicht geben. Wenn es notwendig ist, müssen Mitarbeiter die Courage zeigen, auf Ungereimtheiten hinzuweisen", verlangte der Konzernchef.
(AFP)
