UK: Warnung vor Datensammelwut
Ein britischer Untersuchungsausschuss empfiehlt, die Sammlung von Daten britischer Bürger zu minimieren - in Umfang und Speicherdauer.
Die britische Regierung müsse aufpassen, dass Großbritannien im Rahmen der geplanten Einführung von biometrischen ID-Karten nicht in eine Überwachungsgesellschaft abdrifte und solle Daten über britische Bürger nur so lange wie unbedingt nötig speichern, erklärte das Home Affairs Committee des britischen Unterhauses Anfang Juni in seinem Bericht über den Stand der Überwachung in Großbritannien.
Auch der Umfang der gespeicherten Daten solle so gering wie möglich gehalten werden, so der Ausschuss und nicht für andere Zwecke, als die eigentlich geplanten, verwendet werden.
Technologie als Überwachungsmotor
"Wir sind besorgt über die Tendenz, mehr und mehr Daten zu sammeln, nur weil die Technologie das ermöglicht und diese Daten dann für andere Zwecke, als die eigentlich geplanten, verwendet werden", so der Ausschuss, der sich in diesem Zusammenhang auch gegen die Aufrüstung der bestehenden Überwachungskameras mit Mikrophonen aussprach.
Der Vorsitzende Keith Vaz erklärte, dass die Regierung nicht als Sponsor oder Initiator dafür auftreten dürfe, dass etwa Daten von Kindern zur Erstellung von Gewaltprofilen anstatt zu deren Schutz verwendet werden.
Schutz der Daten angemahnt
Vaz sagte weiters, dass der Schutz der Daten höchste Priorität habe: "Wir haben alle im letzten Jahr außergewöhnliche Beispiele erlebt, wie schnell Dinge schieflaufen können, wenn gesammelte Daten falsch behandelt werden - mit möglichen katastrophalen Konsequenzen." Da die Bürger wenig Einfluss über die von ihnen gesammelten Daten hätten, müssten sie zumindest sicher sein können, dass ihre Daten ordentlich gespeichert werden.
Der Zugang zu den Datenbanken solle daher strikt limitiert werden und unter klaren Regierungauflagen erfolgen, so die Empfehlung.
Erst Anfang Mai hatte der Chef der Scotland-Yard-Abteilung für Videoüberwachung, Mike Neville, erklärt, dass die milliardenschwere Investitionen in ein landesweites System von Überwachungskameras die Kriminalität in Grobritannien kaum eingedämmt haben. In den letzten Monaten verschwanden zudem Millionen von Daten britischer Bürger.
(Reuters | BBC | Bloomberg)
