Datenlecks bei T-Mobile seit 2006 bekannt

Bericht
05.06.2008

Mitarbeiter der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile konnten laut einem internen Bericht schon 2006 ungehindert auf Geheimdaten zugreifen.

Die Mobilfunksparte der Deutschen Telekom [DT] wies nach einer konzerninternen Untersuchung im Jahr 2006 eklatante Sicherheitslücken auf. Das berichtet die "Financial Times Deutschland" ["FTD"] am Donnerstag unter Berufung auf die Ergebnisse der Untersuchung.

Demnach bemängelten die Prüfer unter anderem, dass DT-Mitarbeiter unerlaubt vertrauliche Informationen aus jenem Teil des Telekomnetzwerks abrufen könnten, der nach dem Gesetz allein staatlichen Ermittlern offensteht. Chef von T-Mobile war damals der heutige DT-Vorstandsvorsitzende Rene Obermann.

"Ernstzunehmende Schwächen"

Zudem habe eine simulierte Attacke auf die IT-Infrastruktur durch interne Hacker nach Einschätzung der Prüfer "ernstzunehmende Schwächen" erkennen lassen, berichtete die "FTD" weiter: Die Angreifer hätten auf finanzielle oder kundenbezogene Daten zugreifen und diese manipulieren können, heißt es in dem streng vertraulichen Bericht für das DT-Management.

Ein Konzernsprecher sagte der Zeitung, dass die 2006 im Rahmen der Untersuchungen festgestellten Mängel inzwischen behoben seien: "Unsere Kundendaten sind grundsätzlich sicher." Die Erkenntnisse von 2006 stünden zudem in keinem Zusammenhang mit den aktuellen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zur DT-Spitzelaffäre.

Abhörskandal als Anlass

Die Untersuchung bei T-Mobile, die konzernintern unter dem Projektnamen "Linda" lief, sei seinerzeit von Obermann angestoßen worden, sagte der Sprecher. Anlass für die Untersuchung sei ein im gleichen Jahr bekanntgewordener Abhörskandal in Griechenland gewesen, bei dem Handygespräche von Politikern belauscht wurden.

(AFP)