SAP sieht sich auf Wachstumskurs

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03.06.2008

SAP will 2008 mit gezielten Zukäufen und neuen Produkten seine Spitzenposition bei Unternehmenssoftware untermauern.

Nach der Milliarden-Akquisition Business Objects werde SAP weiter in neue Firmen investieren, sagte Vorstandschef Henning Kagermann am Dienstag auf der Hauptversammlung in Mannheim vor rund 4.000 Aktionären. "Wir werden uns aber keine Marktanteile oder Kunden kaufen."

Konzern will Jobs schaffen

Als Ziele für das laufenden Geschäftsjahr nannte der Manager neben einer Verbesserung der Marge vor allem eine Steigerung der Kunden- sowie den Ausbau der Beschäftigtenzahl. Der Walldorfer Konzern hatte Ende 2007 43.900 Mitarbeiter und will 4.000 neue Jobs schaffen. Die Integration von Business Objects in den Konzern soll ferner vorangetrieben werden, damit den Kunden noch in diesem Jahr ein einheitliches Produktportfolio angeboten werden könne.

SAP arbeite außerdem weiter intensiv an der weltweiten Markteinführung seiner neuen Software für den Mittelstand, erklärte Kagermann. "Wir werden das durchkämpfen und nicht hinwerfen." SAP hatte im April angekündigt, dass sich die Einführung der neuen Software Business ByDesign um mindestens ein Jahr verzögern wird. Aktionärsschützer bezeichneten den Rückschlag bei der Mittelstandsoffensive als schwere Schlappe für den Weltmarktführer für Unternehmenssoftware.

Kampf gegen Oracle geht weiter

Kagermann verteidigte die Akquisition des französischen Spezialisten für Analysesoftware als "richtige Entscheidung zur richtigen Zeit". Inklusive Business Objects vergrößerte sich die Kundenzahl nach seinen Angaben auf über 70.000. Mit dem größten Zukauf in der Unternehmensgeschichte war SAP von seiner Strategie abgerückt, vor allem durch organisches Wachstum und nicht wie der große Rivale Oracle durch Akquisitionen zuzulegen. Aktionärsschützer kritisierten den Kaufpreis von 4,8 Milliarden Euro dagegen als deutlich zu hoch.

Im Rechtsstreit mit dem US-Konzern wegen der Industriespionagevorwürfe gegen SAP ist nach Angaben des Vorstandschefs eine außergerichtliche Einigung weiter nicht in Sicht. Wegen der juristischen Auseinandersetzung seien bis Ende 2007 Rückstellungen von unter zehn Millionen Euro gebildet worden. Der Prozess soll nach bisheriger Planung im Februar 2010 vor einem US-Gericht beginnen. Oracle-Chef Larry Ellison wirft den Walldorfern unter anderem Patentrechtsverletzungen vor.

Auf dem Aktionärstreffen sollten eine Erhöhung der Dividende von 46 auf 50 Cent sowie ein Aktienrückkaufprogramm beschlossen werden. Ferner war die Wahl des Mitbegründers von Business Objects, Bernard Liautaud, in den Aufsichtsrat geplant.

(dpa)