Microsoft holt sich EU-Strategen
Neue Position soll Beziehungen stärken
Der Software-Hersteller Microsoft hat am Freitag einen Vice President für EU-Angelegenheiten ernannt. John Vassallo, der zuvor in einer ähnlichen Position bei General Electric tätig war, soll zudem das Microsoft-Team für Unternehmensangelegenheiten und Regulierung leiten.
Dass Microsoft zunehmend Wert auf gute Beziehungen mit der EU legt, ist verständlich. Immerhin summieren sich die verlangten Strafzahlungen an die EU wegen kartellrechtlicher Bedenken und Behinderung des Wettbewerbs seit 2004 auf nun 1,677 Mrd. Euro.
Erst kürzlich hat der Konzern das EU-Gericht erster Instanz angerufen und Berufung gegen ein Bußgeld in Höhhe von rund 900 Millionen Euro eingelegt, das die EU im Februar verhängt hatte, weil Microsoft jahrelang zu hohe Lizenzgebühren für technische Informationen verlangt hatte.
Vassallo betonte in einer Aussendung, er wolle den "konstruktiven Dialog Microsofts mit der EU weiter stärken".
Brüssel hatte Microsoft bereits 2004 wegen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung schwer bestraft und ein erstes Bußgeld von fast 500 Mio. Euro verhängt.
