Post sammelt persönliche Kundendaten

deutschland
30.05.2008

Zusatzverdienst als Adresshändler

Aus Sicht des Verbraucherschutzes sind Sammlung und Verkauf von Daten durch die Deutsche Post problematisch. "Die Post hat die Aufgabe, Briefe zuzustellen, und nicht, mit den Adressen, die sie dazu braucht, zu handeln", sagte Christian Fronczak von der Bundesverbraucherschutzzentrale in Berlin der "Thüringer Allgemeinen" [Freitag-Ausgabe]. Wenn die Datensammlung noch dazu über die bloße Anschrift hinausgehe, sei das mehr als bedenklich.

Datensätze von Millionen Kunden

Die Post hatte zuvor der Zeitung gegenüber eingeräumt, dass sie Datensätze von Millionen Kunden sammle. "Ja, wir sammeln die Daten, und es sind nicht nur Adressen", bestätigte ein Postsprecher dem Blatt.

Man bediene sich in Datenbanken, die bei Katalogbestellungen, Befragungen und der Anmeldung für Kundenkarten entstehen. Dort seien auch Angaben zu Einkommen, Beruf, Kindern und Hobby zu finden. Nach Angaben der Zeitung verfügt die Post über 57 Millionen Datensätze, die sie an Versandhäuser, Autohändler und Lotterien verkauft.

(dpa)