EU weist "FTD"-Bericht zu Intel zurück
Die EU-Kommission hat einem Sprecher zufolge noch keine Entscheidung im Wettbewerbsverfahren gegen den weltgrößten Chiphersteller Intel getroffen.
Einen entsprechenden Zeitungsbericht wies der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Mittwoch in Brüssel zurück.
Die "Financial Times Deutschland" ["FTD"] hatte berichtet, die EU-Kommission wolle Intels Vertriebspraktiken verbieten. Der Chiproduzent habe PC-Hersteller mit unzulässigen Rabattbedingungen und der Androhung von Nachteilen dazu genötigt, nur Intel-Chips einzusetzen.
Der Kommissionssprecher ergänzte, die seit Jahren andauernde Untersuchung darüber, ob Intel seine dominante Marktstellung missbraucht habe, sei in vollem Gang. Eine Entscheidung werde so bald wie möglich fallen.
2,6 Milliarden Euro Buße
Ein für Rechtsfragen zuständiger Intel-Sprecher erklärte, seines Wissens habe die Kommission noch nichts beschlossen. Der Konzern werde die Kommission weiter zu überzeugen versuchen, dass seine Praktiken rechtmäßig seien.
Die Zeitung berichtete indes, faktisch sei Kroes bereits zu einem Verbot entschlossen. Ihre Behörde habe nach jahrelangen Recherchen genug belastende Beweise. Mit einem Verbot der derzeitigen Vertriebspraktiken solle die Marktmacht des US-Konzerns in Europa gebrochen werden.
Die Entscheidung solle im Spätsommer veröffentlicht werden. Neben dem Verbot des bisherigen Vertriebs drohe Intel eine Geldbuße von maximal zehn Prozent des Jahresumsatzes, was auf umgerechnet 2,6 Milliarden Euro hinausliefe.
(Reuters)
