Infineon beliefert Samsung

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27.05.2008

Handychips für Südkorea

Der deutsche Halbleiterkonzern Infineon erweitert seine Lieferbeziehungen zur südkoreanischen Samsung. Der weltweit zweitgrößte Handyhersteller werde Handychips von Infineon beziehen, um seine Abhängigkeit von seinem amerikanischen Hauptzulieferer Qualcomm zu reduzieren. "Damit mehr Wettbewerb bei den Kosten entsteht, lassen wir uns von Infineon beliefern", sagte ein Samsung-Sprecher des südkoreanischen Konzerns am Dienstag.

Die Zeitung "Chosun Ilbo" hatte berichtet, Samsung habe im vergangenen Monat ein neues Handymodell entwickelt, dass mit Infineon-Chips bestückt sei. Das Modell werde seit Anfang Mai in Europa verkauft. Durch den Schritt wolle Samsung mehr Spielraum bei den künftigen Preisverhandlungen mit Qualcomm gewinnen.

Beziehungen verbessert

Infineon hatte bei Samsung bereits im Sommer 2007 mit der Übernahme der Handy-Chipsparte von LSI einen Fuß in die Tür bekommen. Die Südkoreaner waren bereits damals deren größter Kunde. Damit konnten die Münchner den letzten noch fehlenden bedeutenden Handyhersteller zu ihrer Bestellerliste hinzufügen. Samsung ist der weltweit größte Speicherchiphersteller, fertigt für seine Handys allerdings keine Mobilfunkhalbleiter.

Zusammen mit der Ablösung von Wolfgang Ziebart als Infineon-Chef durch Peter Bauer sorgte die Nachricht aus Asien bei den Börsianern nur vorübergehend für gute Laune: Die Titel von Europas zweitgrößtem Halbleiterkonzern stiegen zur Eröffnung am Dienstag um gut drei Prozent, lagen am Vormittag aber mit mehr als drei Prozent im Minus.

Infineon produziert auch in Villach, insgesamt beschäftigt der Konzern in Österreich rund 2.900 Mitarbeiter.

(APA | Reuters)