"Sicherheitsrisiko" Wasserfarbe
Die Stadt Wien hat eine "sicherheitspolitische Intervention" der Initiative Global Security Alliance aus "Sicherheitsgründen" gestoppt.
Zu ihren kommende Woche in Wien stattfindenden World Security Days wollte die Global Security Alliance [GSA] in Zusammenarbiet mit Kunst im öffentlichen Raum Wien [KÖR] maßstabsgetreue Hubschrauberschatten an 23 "kritischen Orten" in Wien platzieren, darunter Praterstern, Schwedenplatz und Schottentor.
Daraus wird nun nichts. Nach anfänglich signalisierter Zustimmung verweigerte die Stadt Wien vergangene Woche die Genehmigung für die "geo-psychologische Intervention". Laut GSA nannte die Stadtverwaltung "Sicherheitsrisiken" als Grund. Das Wiener Magistrat wollte trotz mehrmaliger Anfragen von ORF.at dazu keine Stellungnahme abgeben.
Zuletzt seien seitens der Stadt pädagogische Gutachten verlangt worden, die nachweisen sollten, dass Kinder keinen bleibenden Schaden davontragen, wenn sie auf den Schatten stehen, sagt Konrad Becker von der GSA: "Wir haben sogar die Rutschfestigkeit geprüft."
Die maßstabsgetreuen, mit monochromer Wasserfarbe gemalten Helikopter-Schattensimulationen sollten auch via Satellit erkennbar sein und die Rolle der Kunst- und Kulturindustrie als "bestimmendes Element einer neuen Sicherheitsökonomie" thematisieren.
Keine Probleme in München
In München war die urbane Intervention der Gruppe bereits vor zwei Jahren zu sehen. Probleme mit Genehmigungen gab es dort keine - obwohl zeitgleich auch das Oktoberfest stattfand, so Becker.
Zumindest ein Hubschrauberschatten soll aber auch in Wien ins Stadtbild gepflanzt werden. Der werde im Innenhof der Akademie der bildenden Künste appliziert, kündigt Becker an: "Damit man sich eine Vorstellung von dem Projekt machen kann."
World Security Days
Am 29. Mai diskutieren im Rahmen der von der GSA veranstalteten World Security Days der Medientheoretiker Brian Holmes , die Autorin Eva Horn ["Der geheime Krieg"], Becker und der Architekt Michael Zinganel in der Kunsthalle am Wiener Karlsplatz mit Sonja Eismann über die "neue Sicherheitskultur".
Am 30. Mai sind in der Fluc Wanne am Praterstern Kurzfilme zur Kultur der Sicherheit zu sehen. Anschließend gibt es ebendort "psycholgoische Soundmanipulationen zur kulturellen Friedenssicherung" zu hören.
