21.12.2005

ABO-FALLE

Klingelton-Geprellte bekommen Geld zurück

Der Download von Klingeltönen, Logos und Spielen für Handys hat sich weltweit zu einem Milliardengeschäft entwickelt.

Vor allem Jugendliche rüsten ihre Mobiltelefone gerne mit ausgefallenen Klingeltönen und animierten Bildchen aus und verlieren dabei allzuoft den Überblick über ihre Handyrechnung.

Denn die Anbieter arbeiten mit Tricks und haben sich darauf spezialisiert, den Kunden gleich ganze Abos statt nur einzelner Klingelton-Downloads anzudrehen.

In Großbritannien hat nun erstmals eine Regulierungsbehörde einen Anbieter zur Rückerstattung bezahlter Gebühren an getäuschte Kunden verdonnert. Diesen sei nicht klar gewesen, dass sie statt eines einzelnen Tons ein ganzes Abo kaufen, so die Behörde.

Zugpferd "Crazy Frog"

MBlox ist der Service-Provider hinter dem "Crazy Frog"-Klingelton und somit die Firma, deren Name auf dem Vertrag mit dem Telefonanbieter steht.

Doch der "Crazy Frog"-Charakter stammt vom Marktführer Jamba [Jamster], der in 17 Ländern weltweit aktiv ist. Jamba bietet mehr als 50.000 digitale Produkte vom Logo bis zum Klingelton an.

Insgesamt 174 verschieden Produkte vom Real-Music-Ton über den Videoklingelton bis zu Fun-Sounds werden allein mit dem Zugpferd "Crazy Frog" feilgeboten. Der Klingelton schaffte es im Sommer 2005 sogar in Europas Hitparaden.

Allein in Großbritannien soll "Crazy Frog" Jamba und MBlox einen Gewinn von zehn Millionen Pfund [14,8 Mio. Euro] eingebracht haben.

Eltern können Kids sperren lassen

Auch in anderen Ländern häufen sich die Beschwerden über die undurchsichtigen Vertragsbedingungen von Klingelton-Anbietern wie Jamba. Der Industrie wird dabei vorgeworfen, die Unerfahrenheit von Kindern und Jugendlichen auszunutzen.

Auf Grund der Kritik hat Jamba nun auch in Österreich und Deutschland eine "Kindersicherung" für seine Angebote eingeführt.

Eltern können über die Jamba-Website ab sofort die Mobiltelefonnummer ihrer Kinder für Downloads sperren lassen.